28. Februar 2018 | Von: Rebecca Piron

Zukunft der Mobilität

Autonomes Fahren auf kommunalen Testfeldern

Autonomes Fahren könnte den Verkehr in den Ballungsräumen entzerren, die Infrastruktur entlasten und ganz besonders Abgase vermindern. Bei der möglichst zeitnahen Realisierung dieses neuartigen Verkehrs helfen auch die Kommunen mit. In sieben Städten gibt es aktuell Testfelder, die uns in die Zukunft der Mobilität führen sollen. Das größte befindet sich in Düsseldorf.

 

Das größte Testfeld für autonomes Fahren befindet sich in Düsseldorf. Dort werden ab Juni fünf bis sechs autonom fahrende Autos im Straßenverkehr unterwegs sein. Ihre Route führt sie über zwei Autobahnen, das städtische Straßennetz, durch einen Tunnel und in ein Parkhaus. Zur Sicherheit wird immer ein Fahrer an Bord sein, der im Ernstfall eingreift. „Assistenzsysteme wie Einparkhilfen, Abstandsregler oder Spurhalteassistenten kennen viele“, sagt der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst. „Um den Verkehr aber noch sicherer und effizienter zu machen, benötigen wir weitere Schritte: Eine gute Vernetzung mit der Infrastruktur ist eine große Unterstützung für automatisiertes Fahren. Unser Landesbetrieb leistet einen wichtigen Beitrag, damit NRW Vorreiter bei der Mobilität 4.0 wird.“

 

Autonomes Fahren braucht autonome Kommunikation

 

Dafür werden seit Juni 2017 Sensoren und Sender an Verkehrsschilder und -anlagen angebracht. Getestet wird die Kommunikation der autonomen Autos mit Mess- und Steuerstellen sowie Satelliten. Verbindung besteht über W-Lan oder Mobilfunk. „Voraussetzung für das automatisierte Fahren sind detaillierte und aktuelle Informationen über die Umgebung des Fahrzeugs“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin vom Landesbetrieb Straßen.NRW. „Dabei geht es nicht nur um die bordeigene Sensorik und die Orientierung mit Hilfe einer hochauflösenden Karte, sondern auch um den Informationsaustausch mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur wie Ampeln oder Geschwindigkeitsbegrenzungen – und dazu werden wir in den nächsten zwei Jahren wichtige Erkenntnisse gewinnen. Sie werden dazu beitragen, das automatisierte Fahren auf sichere Daten-Füße zu stellen.“

Bei den Testfahrten sollen auf der Route gleichzeitig 750 Privat-Pkw fahren. Geschwindigkeit und Route der autonom fahrenden Fahrzeuge soll währenddessen jederzeit angepasst werden können, um Staus und Unfälle zu vermeiden. Das Projekt mit dem Titel KoMo:D – Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf läuft über 25 Monate und kostet 14,85 Millionen Euro. Einen Teil der Kosten übernimmt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Weitere Testfelder für autonomes Fahren

 

Weitere Projekte für autonomes Fahren unterstützt das BMVI in Berlin, Braunschweig, Dresden, Hamburg, Ingolstadt und München. In Dresden werden beispielsweise die Potentiale autonom fahrender Autos für ländliche Gebiete erforscht. Im Besonderen geht es um die Befriedigung von Bedürfnissen weniger mobiler Bevölkerungsgruppen wie Senioren, Kranke und Behinderte. Aber auch um die Potentiale bei der Erfüllung von Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. In Berlin soll getestet werden, ob eine Software lernen kann Abweichungen im Straßenverkehr zu erkennen, die die in autonomen Fahrzeugen genutzten HD-Karten nicht abbilden. Zu den Abweichungen könnten neue Fahrstreifenverläufe durch Umbau, temporäre Schäden am Straßenbelag oder Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer gehören.