Kommunale Webseiten müssen barrierefrei sein, damit alle am E-Government teilhaben können. ©Lisa Young/123rf


15. Februar 2017 | Von: Rebecca Piron

Internet

Webpräsenz – barrierefrei UND preiswert?

Wie erreicht man als Kommune möglichst viele Menschen? Die Antwort ist nicht überraschend: über das Internet. Doch mit nicht barrierefreien Internetseiten schneiden Kommunen Personengruppen wie Blinde und Gehörlose von ihrem Angebot ab. Eine EU-Richtlinie zwingt den öffentlichen Sektor nun all ihre Webseiten und Apps barrierefrei zu gestalten. Wie das kostengünstig und effizient geht, soll das Projekt "BIK für alle" herausfinden.

 

Bildschirmlesesoftwares oder Programme zur Steuerung des Mauszeigers per Kopfbewegung – Webseiten müssen einige Kriterien erfüllen, um für jeden nutzbar zu sein. Besonders die Barrierefreiheit von Webseiten kommunaler Stellen ist wichtig. Denn sie entscheidet darüber, ob sich jeder an E-Government beteiligen kann oder nicht. Deshalb hat die EU im Dezember eine Richtlinie beschlossen, die jegliche kommunale Einrichtungen verpflichtet, ihre Webauftritte barrierefrei aufzurüsten.

Das Projekt "BIK für alle" hilft Webseiten barrierefrei zu gestalten. ©DIAS

Um Kommunen den Weg zum barrierefreien Webauftritt zu erleichtern, testet „BIK für alle“ wie sich Webseiten und Apps kostengünstig und effektiv umgestalten lassen. Der Kreis Ostholstein und die Deutsche Zentralbibliothek für Blinde sind zwei Testregionen des Projekts. Die Testergebnisse werden von „BIK für alle“ ausgewertet und veröffentlicht, damit andere Kommunen von den Erfahrungen profitieren können. Das Projekt „BIK für alle“ ist Teil einer Projektreihe („BIK – barrierefrei informieren und kommunizieren“) des Unternehmens DIAS (Daten, Informationssysteme und Analysen im Sozialen). Schon jetzt sind auf der Webseite des BIK einige Hilfsangebote bezüglich barrierefreien Websites und Apps zu finden.

 

Kreis Ostholstein wird barrierefrei

 

In der Testregion Kreis Ostholstein geht es hauptsächlich um die Frage, wie man auf Kreisebene Kommunen für das Thema Barrierefreiheit sensibilisieren kann und welche Hilfestellungen geleistet werden können. In der Deutschen Zentralbücherei für Blinde wird dagegen direkt anhand des Webauftritts überprüft  wie eine kostengünstige und effiziente Umsetzung von Barrierefreiheit im Netz aussehen könnte. Auf lange Sicht ist die schnellste und kostengünstigste Methode, schon beim Content-Management-System und E-Government-Modulen die BITV-Standards (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung) einzuhalten.

Gefördert werden die Projekte vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Nachdem die EU-Richtlinie zu barrierefreiem Zugang zu Webseiten und Apps des öffentlichen Sektors am 2. Dezember letzten Jahres veröffentlicht wurde, ist sie bis 21 Monate nach Veröffentlichung in nationales Recht umzusetzen. Davon werden kommunale Verwaltungen, Gerichte, Polizeistellen, öffentliche Krankenhäuser, Universitäten und Bibliotheken betroffen sein.

 

Angebote des BIK

 

Die kostenfreien Umsetzungshilfen des „BIK für alle“ sind deshalb für alle Kommunen interessant. Zu dem bereits erarbeiteten Material des „BIK für alle“ gehört eine kostenfreie Selbstbewertung, die auch bei der Entwicklung barrierefreier Webauftritte helfen kann und ein Leitfaden für Website-Anbieter. Über das Haus des Stiftens bietet die Projektreihe BIK zudem Webinare zur Gestaltung barrierefreier Webauftritte an.

 

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