Eine innovative Ladestation für E-Busse ist jetzt im Betrieb und kann von Kommunen eingekauft werden


16. April 2018

Kommunen nutzen Technik bereits

E-Mobilität: Erste Schnell-Ladestation für E-Busse

Bei der Einführung von E-Bussen spielt nicht nur die Technik für die Fahrzeuge eine Rolle, sondern auch die Infrastruktur. In Berlin geht deshalb eine Ladestation für E-Busse in Betrieb - die eine Besonderheit mit sich bringt.

 

Deutschlands Städte stehen beim Thema Klimaschutz vor großen Herausforderungen!

Deshalb wird derzeit über mögliche Alternativen zu Diesel-Fahrzeugen diskutiert. Immer weiter in den Fokus rückt dabei der Einsatz von E-Bussen im ÖPNV.

Dafür braucht es jedoch nicht nur die Technik, mit der die Fahrzeuge fahren sollen, sondern auch eine gute Infrastruktur im Ort.

Auf dem Forschungscampus Mobility2Grid auf dem EUREF-Campus in Berlin nehmen sich die Technische Universität, die Berliner Verkehrsbetriebe BVG, Siemens und Schneider Electric dieser Herausforderung an und nehmen gerade eine Schnellladestation für E-Busse in Betrieb:

„Die Einführung von E-Bussen ist nicht nur eine Frage der Fahrzeuge. Die Infrastruktur spielt eine ebenso große Rolle. Zusammen mit der BVG und der TU Berlin wird die erste Siemens-Ladestation in Berlin im Forschungsprojekt Mobility2Grid in ein intelligentes Energiemanagementsystem integriert. Damit können Grundlagen zur Unterstützung einer Flotteneinführung ganz praxisnah erforscht werden“, erklärt Manfred Fuhg, Leiter Division Mobility Deutschland, Siemens AG.

 

E-Mobilität mit neuem Ansatz

 

Die Ladestation leistet 150 Kilowatt und soll nicht nur Strom an die E-Busse abgeben, sondern Strom auch wieder aufnehmen können. Damit soll untersucht werden, ob E-Busse in Zukunft zu einer sicheren und stabilen Energieversorgung beitragen können, weil die elektrischen Busse bei einem Stromüberangebot aufgeladen werden und in Zeiten eines Strommangels Energie abgeben können. Gerade in Bezug auf die Energiewende und die schwankende Belastung bei der Erzeugung von erneuerbaren Energien ist das relevant.

E-Mobilität: Intelligente Aufladestation

An der Ladestation sollen die E-Busse genug Energie tanken, um die nächste Station zu erreichen. Dafür startet der Busfahrer das Aufladen per WLAN, parkt das Fahrzeug unter der Station und benutzt die Handbremse. Anschließend senkt sich der Ladearm und der Ladevorgang beginnt automatisch. Löst der Busfahrer die Handbremse wieder, werden Ladearm und Bus voneinander getrennt. Während des gesamten Ladevorgangs sollen die Fahrgäste gefahrlos ein-und aussteigen können. 

 

Dänemark lässt sich direkt 40 Ladestationen liefern

 

In Dänemark hat Siemens schon einen Rahmenvertrag mit der staatlichen Verkehrsbehörde „Movia“ für 40 Aufladestationen unterzeichnet.

Dort wollen die Kommunen in der Hauptstadtregion bis zum Jahr 2030 eine CO2-neutrale Busbeförderung für 215 Millionen Fahrgäste pro Jahr aufbauen.

Positiv an der Ladestation ist vor allem, dass sie von Bussen unterschiedlicher Hersteller benutzt werden kann und die internationale Norm (ISO 15118) unterstützt. In anderen Städten, etwa in Schweden, Norwegen und Kanada wird die intelligente Ladetechnik bereits auf mehreren Buslinien genutzt.