30. Januar 2018 | Von: Rebecca Piron

Umwelt

Experte rechnet mit Fahrverbot in zehn Städten

In zehn deutschen Städten werden die Stickoxidgrenzen 2018 massiv überschritten. So eine Prognose des Zentrums für Automobilforschung. Will man ein Fahrverbot vermeiden, reichen Software-Nachrüstungen und sporadische Flottenumrüstungen nicht aus, mahnen die Experten.

 

Eine aktuelle Studie des CAR-Zentrums der Uni Duisburg gibt erst einmal Grund zum Aufatmen: Forscher haben die Werte der 35 am stärksten mit Stickoxid belasteten Stellen Deutschlands analysiert und festgestellt, dass die Belastung insgesamt von 2016 auf 2017 um fünf Prozent gesunken ist. Für das Jahr 2018 prognostizieren die Experten sogar einen Rückgang um zehn Prozent. Die Luftqualität in deutschen Städten hat sich also verbessert und wird sich weiterhin verbessern. Der Grund: Immer weniger alte Dieselfahrzeuge werden noch eingesetzt und die Softwarenachrüstungen neuerer Dieselfahrzeuge sind größtenteils abgeschlossen.

 

Trotzdem droht Fahrverbot an 13 Stellen

 

Die Studie hält allerdings auch eine Hiobsbotschaft bereit: An 13 Stellen in insgesamt zehn deutschen Städten sind die Stickoxidwerte kaum gesunken und werden laut Prognose auch in diesem Jahr noch deutlich über den erlaubten Höchstwerten liegen. Bei den betroffenen Städten handelt es sich um Darmstadt, Düsseldorf, Hamburg, Heilbronn, Kiel, Köln, Ludwigsburg, München, Reutlingen und Stuttgart. Ferdinand Dudenhöffer, Leiter von CAR, mahnt daher: Software-Nachrüstungen und teilweise umgesetzte Flottenumrüstungen reichen nicht aus, um in allen Städten die Schadstoffbelastung unter die Höchstgrenzen zu bringen. Die einzigen Lösungen sei ein Fahrverbot oder Hardware-Nachrüstungen.