30. Oktober 2017 | Von: Rebecca Piron

Wirtschaft

Gründerförderung auf dem Dorf? – Aber unbedingt!

Diese Beispiele findet man überall: 25 Jahre lang arbeitete er als Ofenbauer in Anstellung. Doch im Kopf hatte Andreas Veit immer den Wunsch seinen eigenen Betrieb zu leiten - moderne Gaskamine, rustikale Kachelherde und praktische Warmluftöfen. So ging er vom alteingesessenen Betrieb in Rottweil rüber nach Niedereschach, um sich selbstständig zu machen. Warum gerade dorthin? Nicht zuletzt, weil die kleine Gemeinde ihre Gründer mit aller Kraft unterstützt.

 

Mit einer guten Gründerförderung können Kommunen ihre Arbeitslosenquoten verringern, ihren Altersdurchschnitt senken und Familien anziehen. Ein gutes Gründerklima in der Kommune kann auch für ein gutes soziales Klima sorgen. „Gründerbetreuung ist wichtig, um neuen Unternehmen in der eigenen Kommune zu Erfolg zu verhelfen“, sagt auch Werner Geerißen, Vorstand des Deutschen Verbands der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften. „Wenn man Leuten die Chance gibt sich durch die Gründung zu verwirklichen, ist das für die Gemeinschaft immer ein Gewinn.“ Nun sind Großstädte bei Gründern deutlich beliebter als kleine Kommunen. Doch auch als kleine Gemeinde, kann man für Start-Ups attraktiv sein. Geringere Mieten und Lebenshaltungskosten, sowie eine persönliche Beratung können kleine Kommunen positiv von der Großstadt abheben.

 

Best-Practice: Gründerförderung in Niedereschach

 

Darauf setzt auch die 6.000-Einwohner-Gemeinde Niedereschach im Schwarzwald. Sie zeigt wie eine Gründerförderung mit kleinem Budget in einer kleinen Kommune große Wirkung erzielen kann. Für ihr Gründerförderungsprogramm „EGON“ (Existenzgründungsoffensive Niedereschach) wurde die Kommune bereits beim Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ geehrt. In viereinhalb Jahren haben hier neben dem Ofenbauer noch 50 weitere Unternehmer gegründet. Warum die Gemeinde sich so um die Gründerförderung bemüht, erklärt Bürgermeister Martin Ragg so: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Unternehmen, die heute viele Mitarbeiter beschäftigen, in zehn Jahren mit einem Bruchteil der Arbeitskräfte auskommen können. Als Stadt will man für genügend Arbeitsplätze sorgen und dafür muss man den Gründergeist wecken. Wer Arbeitsplätze schafft, der zieht junge Menschen und Familien an.“

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So rief die Kommune 2013 EGON ins Leben. Das Programm funktioniert mit Akteuren in der Kommune, in verschiedenen Unternehmen sowie mit Ehrenamtlichen. Erster Ansprechpartner für Gründungsinteressierte ist immer der Bürgermeister. „Manche Leute kommen zu mir mit einer groben Geschäftsidee, andere mit einem fertigen Businessplan“, erzählt Ragg. „Je nachdem vermittle ich die potentiellen Gründer an einen unserer Lotsen oder direkt an externe Partner wie die Industrie- und Handelskammer.“

Wie das Programm EGON funktioniert und wie man auch speziell technologische Start-Ups anspricht, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von KOMMUNAL.

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