Was können Kommunen tun, um Hochwasser zu verhindern? © Gina Sanders/123rf


27. Juli 2017 | Von: Rebecca Piron

Ekel "Alfred"

Land unter – Was tun bei Hochwasser?

Das Tief „Alfred“ hat einige Kommunen – besonders im Harz – heftig getroffen. Dauerregen, Sturzfluten und Hochwasser bedrohen die Bürger und richten schwere Schäden an. Sich auf Unwetter dieser Art vorzubereiten ist nicht einfach. Der DStGB macht sich für neue Förderprogramme stark. Was Kommunen tun können und was sich dringend ändern muss.

 

In Hahausen im Harz gingen am Dienstag und Mittwoch 171 Liter Wasser pro Quadratmeter nieder. 71 Liter mehr als sonst im ganzen Juli. Auf mehr als 100 Liter pro Quadratmeter kamen alle Messstationen des Deutschen Wetterdienstes in Südniedersachen, Nordbayern und Teilen Thüringens und Hessens. In Goslar ist gerade erst der Katastrophenalarm aufgehoben worden, in Hildesheim kämpft man mit dem Hochwasser und in Braunschweig wappnete man sich noch bis Donnerstagabend gegen eine drohende Flutwelle. Die aktuelle Hochwasserkatastrophe wirft erneut die Frage auf: Was können Kommunen tun, um Überschwemmungen zu verhindern?

 

Hochwasser werden intensiver und häufiger

 

Der Weltklimarat geht davon aus, dass Stark- und Dauerregen in Folge des Klimawandels in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten an Häufigkeit und Intensität zunehmen werden. Deshalb braucht es in den Kommunen dringend Strategien und umsetzbare Maßnahmen, um mit dem Hochwasser besser umgehen zu können. Diese hängen jedoch stark von den lokalen Bedingungen ab. Eine Strategie auf Landes- oder gar Bundesebene zu entwickeln, wird vor Ort nicht helfen.

 

Hochwasser

 

Der Hochwasserschutz ist eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe. Entwässerungsbetriebe, Verwaltungen, Stadt-, Raum-, Straßen-, Grünflächen- und Gebäudeplaner, ebenso wie Grundstückseigentümer müssen gemeinsam gegen Hochwasser arbeiten. Hilfreiche Tipps zur Herangehensweise findet man zum Beispiel in einem Leitfaden der Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und in Informationsbriefen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Auch einige Kommunen wie die Stadt Unna, die sich bereits selbst systematisch mit dem Hochwasserschutz beschäftigen, haben Hilfestellungen online veröffentlicht.

 

DStGB bringt Förderprogramme ins Gespräch

 

Wichtig ist zunächst eine Auswertung bisheriger Unwetter mit den örtlichen Begebenheiten abzugleichen. So können Gefährdungs- und Risikokarten erstellt werden. Die Ergebnisse müssen dann frühzeitig in Konzepte, Planungen und Verfahren integriert werden. In jedem Fall wichtig ist es Grünflächen, Biotope und Waldflächen als Rückhaltebecken für Starkregen zu nutzen. Auch die Information und Sensibilisierung der Bürger gehört notwendig zum Hochwasserschutz dazu.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Städtetag und der Landkreistag regen darüber hinaus Förderprogramme an, die den Kommunen beim Hochwasserschutz helfen sollen. Zum einen möchten sie ein Förderprogramm ins Leben rufen, das die Gründung von lokalen Starkregennetzwerken unter der Leitung fachkundiger Moderatoren unterstützt. Zum anderen wünschen sie sich ein Förderprogramm mit dem Leuchtturmprojekte finanziert werden können. Von den so gewonnenen Erkenntnissen sollen alle Kommunen profitieren können.