Immobilien


30. November 2017 | Von: Christian Erhardt-Maciejewski

Hauspreise

Immobilien: Preis-Irrsinn erreicht ländliche Regionen

Bisher galten überteuerte Immobilien als Problem von Großstädten - das hat sich aber massiv geändert. Die Bundesbank schlägt nun auch für ländliche Regionen Alarm!

 

Es sei vor allem das Tempo, das besorgniserregend ist. So drückt es die Bundesbank in ihrem jüngsten Bericht zum Immobilienmarkt aus. Was bisher ein Großstadtphänomen war, wird nun zur Belastung auch in kleineren Städten, ja sogar in ländlichen Regionen.

 

Preise für Immobilien auf dem Land kennen nur eine Richtung

 

Der Preisanstieg beschränke sich nicht nur auf wenige ausgewählte Großstädte, also auf Köln, Frankfurt, München und zunehmend auch Berlin. „Der Preisanstieg nimmt auch in der Fläche zu“, so Bundesbank Vizepräsidentin Claudia Buch. Sie spricht von einer deutlichen Überbewertung von Wohnimmobilien. Und sie nennt auch eine alarmierende Zahl: Um 30 Prozent seien die Preise überbewertet, ergab die Modellrechnung der Bundesbank. Und auch die kleineren Städte halten da im negativen Sinne mit. Hier liege die Überbewertung bei durchschnittlich 26 Prozent.

 

Kaufrausch bei Immobilien auf absurdem Niveau

 

Der Preisindex für Wohnbesitz ist demnach innerhalb von Monaten um sechs Prozent gestiegen – absurd im Vergleich zur Entwicklung des allgemeinen Preisniveaus in Deutschland. Gleichzeitig warnt die Bundesbank aber vor zu viel Panikmache: Die Risiken aus der Wohnimmobilienfinanzierung seien weiterhin begrenzt. Es sei keine Kreditblase in Sicht.

 

Auswirkungen des Booms bei Immobilien auf dem Land

Ein Grund könnte auch darin liegen, dass die Eigenheimquote in Deutschland weiter sehr gering ist. Sie liegt aktuell bei 52 Prozent, deutlich weniger als in fast allen anderen Ländern Europas. Allerdings: in ländlichen Regionen ist die Eigentumsquote deutlich höher, die niedrigen Zahlen werden durch Deutschlands Großstädte erreicht.

 

Wo Immobilien auf dem Land besonders begehrt sind

 

In Zukunft wird der Einwohnerzuwachs laut Studien zu etwa 80 Prozent in Gemeinden mit guter Verkehrsanbindung stattfinden. Orte mit S- und Autobahn werden besonders teuer. In begehrten Regionen wie etwa im Landkreis Ebersberg in der Region München zahlen Eigentümer bereits für eine einfache Doppelhaushälfte ohne Keller und sonstige Extras im Schnitt mehr als 700.000 Euro. Es gibt aber eben auch Regionen, wo das Eigenheim faktisch keinen Marktwert mehr hat. In einigen Landkreisen vor allem in Ostdeutschland müssen Käufer laut einer Studie mit Wertverlusten von bis zu 40 Prozent rechnen. Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung errechnet. Hauptgrund ist hier der Fortzug junger Menschen und somit sinkende Einwohnerzahlen. Betroffen von fallenden Preisen sind rund 100 der gut 400 Landkreise in Deutschland. Dem stehen rund 40 Landkreise mit massiv steigenden Immobilienpreisen gegenüber.