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2. Oktober 2017

Sonderveröffentlichung

Integriert Planen – Mythos oder Möglichkeit?

Politik und Verwaltung nehmen bei der integrierten Planung eine zentrale Rolle ein. Warum es Sinn macht, sich auf bestimtme Themen zu beschränken, erläutert Julie Gray von der KGSt

 

Sonderveröffentlichung

 

Viele Themenstellungen werden in Kommunalverwaltungen bereits gemeinsam gedacht. Auch die Forderung nach integrierter Planung ist nicht neu. Es gibt schon zahlreiche Ansatzpunkte, allerdings ist der Umsetzungsgrad noch sehr unterschiedlich. 

Um beispielsweise die Bildungsbedingungen der Menschen vor Ort durch abgestimmte Angebote zu gestalten, sind auf kommunaler Ebene Planungs- und Koordinierungsprozesse aufeinander abstimmen – mit der entsprechenden Steuerungsverantwortung. Dafür ist es wichtig, dass die Planungsdiskussion bereits auf gesamtstädtischer Ebene beginnt. 

Eine zentrale Rolle nehmen dabei Politik und Verwaltung ein: Sie entwickeln den Handlungsrahmen, der dafür sorgt, dass die vorhandenen Planungsansätze miteinander verknüpft und sinnvoll koordiniert werden. So wird integrierte Planung verbindlich. 

Leitlinien und Konzepte der verschiedenen Fachplanungen bauen auf der gesamtstädtischen Strategie auf. Sie sind systematisch miteinander zu verzahnen. Gemeinsam werden anschließend Ziele entwickelt und Schwerpunkte gesetzt. Sie bilden die Grundlage für die weitere Gestaltung des Prozesses. So kann die Komplexität reduziert und Erfolge können messbar gemacht werden. 

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich bereits 2008 mit der integrierten Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung auf den Weg gemacht. Für sie ist es wesentlich, sich auf bestimmte Themen zu beschränken. Denn viele Aspekte können sinnvoll integriert bearbeitet werden, andere wiederrum nicht. Mittels einer integrierten Planung werden dort einerseits konkrete gemeinsame Projekte realisiert, bspw. der Aufbau der offenen Ganztagsschule. Auf der anderen Seite wird auf diese Weise systematisch eine gemeinsame Datenbasis von Jugendhilfe und Schule aufgebaut. So ist z. B. die Sozialraumorientierung der kleinste gemeinsame Nenner der beiden Bereiche, der für Düsseldorf ein gutes Monitoringinstrument darstellt. Außerdem sind dabei viele Gremien und Strukturen entstanden – unter anderem gemeinsame Arbeitsgruppen und Ausschusssitzungen oder ein gemeinsamer Qualitätsentwicklungsprozess. Die Notwendigkeit, gemeinsam zu planen, hinterfragen die Beteiligten heutzutage nicht mehr. 

Fazit: Integriertes Planen ist kein Mythos, sondern bietet Kommunalverwaltungen viele Möglichkeiten, verschiedene Handlungsfelder gemeinsam zu denken. Wir empfehlen, dabei in kleinen Schritten vorzugehen und sich auf einzelne Schwerpunkte zu konzentrieren. 

Die KGSt erarbeitet aktuell zu diesem Thema einen Bericht, der voraussichtlich Ende 2017 veröffentlicht wird.