Damit der Landarzt nicht nur im TV vorbeischaut


4. Januar 2018 | Von: Dr. Dorothea Walchshäusl

Ärztemangel

Die Landarzt-Macher – so schließen Sie Versorgungslücken

In ihrer Not, genügend Ärzte zu finden, suchen viele Kommunen im ländlichen Raum nach ganz neuen und exotischen Wegen, junge Mediziner früh an eine Region zu binden. Da ist das Anwerben von Ärz-ten aus dem Ausland nur ein Mosaikstein. Da setzen kommunale Kliniken bereits auf bundesweite Headhunter oder bieten zinslose Vorschüsse während des Studiums. KOMMUNAL war im bayerischen Wald auf der Suche nach Lösungsansätzen.

 

Das Wichtigste ist die Gesundheit, darüber sind sich die meisten einig. Umso beunruhigender ist die Entwicklung, die seit etlichen Jahren zu beobachten ist. So ist die direkte ärztliche Versorgung vor Ort längst nicht mehr überall gewährleistet. Niedergelassene Ärzte im Rentenalter suchen händeringend nach Nachfolgern und während motivierte Studienanfänger an den Universitäten um die knappen Medizinstudienplätze ringen, wandern fertig ausgebildete deutsche Ärzte ins Ausland ab.

Insbesondere in ländlicheren Regionen ist der Ärztemangel bereits jetzt deutlich spürbar. „Schon heute klaffen bei der ärztlichen Versorgung in vielen Regionen große Lücken“, so Frank Ulrich Montgomery, der Präsident der Bundesärztekammer, und die Schere zwischen Behandlungsbedarf und Behandlungskapazitäten öffne sich immer weiter. Ein Grund hierfür ist auch der demographische Wandel. „Unsere Gesellschaft altert, und die Ärzteschaft altert mit. Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plant, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben“, so Montgomery.

 

 

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Diese Entwicklung stellt nicht nur eine ganze Berufsgruppe, sondern auch jene Kommunen vor große Herausforderungen, die vom Ärztemangel direkt betroffen sind. Im Landkreis Regen, dem nördlichsten Landkreis Niederbayerns, hat man sich bereits vor etlichen Jahren daran gemacht, Ideen zu entwickeln, um gezielt Mediziner in die Region zu holen. Das medizinische Zentrum in diesem schwach besiedelten Grenzgebiet stellen die Arberlandkliniken dar, die als selbstständiges Kommunalunternehmen des Landkreises an den beiden Standorten in Zwiesel und Viechtach die Grund- und Regelversorgung der Bürger gewährleisten.

 

Landarzt – Mangel ist kein ganz neues Phänomen

 

Vorstand Christian Schmitz hat die Entwicklung im medizinischen Sektor seit Jahren intensiv mitverfolgt. „Wir haben definitiv einen Mangel“, stellt Schmitz mit Blick auf die Arberlandkliniken fest, und es sei eine große Herausforderung, gut ausgebildetes Personal für die offenen Stellen zu finden. Als Folge der großen Nachfrage und des mangelnden Angebots seien zudem auch die Arztgehälter an den Kliniken in den letzten Jahren massiv gestiegen. So sagt Schmitz: „Der medizinische Markt ist eindeutig ein Arbeitnehmermarkt und es gibt einen gigantischen Anspruch auf Seiten der Ärzte“. Ein deutscher Assistenzarzt könne sich seine Stelle heutzutage aussuchen, so die Erfahrung von Schmitz, und da die meisten angehenden Ärzte einen engen Bezug zu ihrer jeweiligen Universitätsstadt hätten, hätten nur die wenigsten Interesse an einer Stelle auf dem Land. Doch während die Zahl der Ärzte, die bereit ist, an eine Klinik in der Provinz zu gehen, zunehmend sinkt, werden die Anforderungen gleichzeitig immer spezialisierter und benötigt die Klinik zunehmend mehr Personal. So arbeiteten 2010 noch 55 Ärzte am Klinikum, mittlerweile sind es 75.

 

 

Kennt das Problem des Landarzt - Mangels: Aberlandkliniken-Vorstand Christian Schmitz

Kennt das Problem des Landarzt – Mangels: Aberlandkliniken-Vorstand Christian Schmitz

Konkrete Tipps gegen den Landarzt – Mangel

 

Um trotz aller Hindernisse Ärzte für die Region zu gewinnen, beschreiten die Arberlandkliniken zweierlei Wege: Ein wesentlicher Ansatz liegt in der Akquise von Ärzten aus dem Ausland. So wendet sich Christian Schmitz gezielt an Headhunter und Ärztebörsen, um Interessenten zu erreichen und die offenen Stellen zu besetzen. Das vorrangige Anziehungsmittel ist dabei das finanzielle Angebot seitens der Klinik. „Anders würde es überhaupt nicht gehen“, stellt er schlicht fest und gerade in bestimmten Fachbereichen wie der Chirurgie sei die Suche nach deutschen Ärzten nahezu aussichtslos. Die Folge: Rund 38 Prozent der ärztlichen Mitarbeiter an der Arberlandkliniken besitzen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft, noch mehr Ärzte sind keine deutschen Muttersprachler.

 

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