Der Film Von Bananenbäumen träumen setzt der Landflucht Landlust entgegen. ©Antje Huberts/die thede/imFilm Agentur + Verleih


16. Februar 2017 | Von: Rebecca Piron

Dokumentarfilm

Landflucht: Das kleine Oberndorf rebelliert

Die Landflucht ist in aller Munde - aber muss man sich dem Trend ergeben? Nein, sagen die Oberndorfer. Mit einer mutigen Idee haben sie ihre Kassen aufgebessert und mit eigenen Mitteln ihr Dorf gerettet. Der Dokumentarfilm "Von Bananenbäumen träumen" erzählt eine ermutigende Geschichte von einem 1.500-Einwohner-Dorf, das sich wehrt.

 

Das niedersächsische Oberndorf hat die typischen Probleme der ländlichen Kommune. Die jungen Einwohner ziehen weg in die Stadt, Arbeitsplätze sind Mangelware und die Gemeindekasse ist leer. Die Landflucht verödet das Dorf. Damit wollten sich die Oberndorfer aber nicht abfinden. Mit einer mutigen Aktion retten sie ihr Dorf.

 

Der Dokumentarfilm „Von Bananenbäumen träumen“

 

Die Dorfkneipe macht zu und auch die Schule steht kurz vor der Schließung. Ein Schicksal, das viele kleine Kommunen in Deutschland teilen. Wie man sich gegen diese Entwicklung wehren kann zeigt der Dokumentarfilm „Von Bananenbäumen träumen“. Für die Dokomentation begleitete Regisseurin Antje Hubert die Dorfentwicklung drei Jahre lang. Die Lösung für seine Geldprobleme fand Oberndorf in einem unliebsamen Abfallprodukt: Das alte Bauerndorf lebt hauptsächlich von der Milchviehhaltung. Deshalb produziert es große Mengen Gülle. Statt diese zu entsorgen, ist sie nun zum Treibstoff für das ganze Dorf geworden.

 

 

Mit Hilfe des Instituts für partizipatives Gestalten in Oldenburg erstellten die Oberndorfer ein Konzept zur Dorferneuerung und nachhaltigen Dorfentwicklung. Bei der Idee die großen Mengen an Gülle zur Energieerzeugung zu nutzen und so auch eine Fischzucht zu betreiben, wurden die Oberndorfer von der Berliner Firma BE Solutions & Blue Systems Design unterstützt. Mit den großen Mengen an Gülle, die in Oberndorf entstehen, wird nun eine 100%-Gülle-Biogasanlage betrieben. Der erzeugte Strom wird in das Netz eingespeißt und die entstehende Wärmeenergie beheizt eine Aquakultur-Fischzuchtanlage. „Mich hat fasziniert, dass in Oberndorf nicht gejammert wird, sondern dass die Leute sich bemühen und auf die Expertise von Auswärtigen einlassen“, sagt Hubert. „Ich finde es immernoch unglaublich, dass dort jetzt tatsächlich diese Anlage steht.“

 

Der Landflucht die Landlust entgegensetzen

 

So konnten die Oberndorfer nicht zuletzt ihre Schule und ihre Dorfkneipe retten. In der eigenhändig geretteten Kultkneipe „Kombüse 53 Grad Nord“, besprechen die Oberndorfer nach wie vor einmal im Monat wie sie ihr Dorf weiter beleben können. Eine der spektakulärsten Ideen: Bananenbäume! In der Anlage ist es so warm und feucht, dass die Oberndorfer daran glauben dort Bananenbäume aufziehen zu können. Bisher bleibt es bei dem Traum von Bananen, doch die Oberndorfer arbeiten an der Umsetzung. Von diesem Gemeinschafts-, Innovations- und Unternehmergeist handelt der inspirierende Dokumentarfilm „Von Bananenbäumen träumen“. Antje Hubert charmante Darstellung des kleinen Bauerndörfchens setzt Landflucht Landlust entgegen. Der Film startet am 30. März in den Kinos. Besonderen Wert legte Hubert darauf, dass der Film auch in kleinen Dorfkinos gezeigt wird.

 

Werbung
kleines Handbuch der Krisenkommunikation

9,0 Minuten

braucht ein Notarzt in Deutschland im Schnitt, bis er sein Unfallopfer erreicht.

Kalender