© photocrew / Fotolia


14. Juli 2016 | Von: Christian Erhardt-Maciejewski

Studie

Personalprobleme in NRW-Kommunen

Personalengpässe gibt es in Kommunen immer wieder - doch insbesondere auf Städte und Gemeinden in NRW kommt nun eine gigantische Verrentungswelle zu - mit verheerenden Folgen, wie eine Studie zeigt.

Personalprobleme durch Verrentungswelle – so könnte die Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Personalsituation in den Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen überschrieben sein. Denn innerhalb von zehn Jahren hat sich die Altersstruktur der Mitarbeiter der Städte und Gemeinden in NRW dramatisch verschoben. Daher stehen viele Kommunen nun vor erheblichen Personallücken.

 

Arbeitsfähigkeit in den Amtsstuben ist gefährdet

 

Der amtlichen Personalstatistik des Landes zufolge wird im Durchschnitt jeder vierte Beschäftigte in den kommenden acht Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden; in manchen Gemeinden sogar fast jeder zweite. Diese Entwicklung fällt in eine Zeit, in der Arbeitnehmer anspruchsvoller werden und Arbeitsmärkte schrumpfen. Die Personalprobleme könnten also weiter steigen. Die Konkurrenz um qualifizierten Nachwuchs ist infolgedessen hoch und nicht alle Gemeinden sind dafür gleichermaßen gut gerüstet. In den kurzfristig hohen Verrentungszahlen drückt sich auch die langjährige Haushaltskrise vieler Gemeinden aus. Denn über viele Jahre hinweg wurde zu wenig neues Personal eingestellt.

 

Bertelsmann fordert Kommunen zum Handeln auf

 

Obwohl die Herausforderung der Alterung des kommunalen Personals weithin bekannt ist, werden Gegenmaßnahmen oftmals noch nicht in erforderlichem Umfang ergriffen. Die Personalprobleme werden zwar erkannt, aber noch nicht gebannt. „Das eigentliche Problem ist dabei nicht die Leistungsfähigkeit älterer Beschäftigter, sondern der Verlust an Wissen und Erfahrung, wenn diese in Rente gehen“, sagt Kirsten Witte, Leiterin des Programms LebensWerte Kommune der Bertelsmann Stiftung. Das Risiko liegt in der passenden Nachbesetzung der Stellen.

 

Personal zu finden wird immer schwerer

 

Die Sicherung von Nachwuchskräften hat eine hohe Relevanz für die Personalabteilungen der Gemeinden. Die Rekrutierung, um die Personalprobleme zu lösen, stößt jedoch an etliche Grenzen. In der Bertelsmann-Studie heißt es wörtlich:
So beschränken sich die Engpässe zwar bisher noch auf wenige Berufsgruppen wie Mediziner, Ingenieure, Feuerwehrleute, Kita-Erzieher oder Sozialarbeiter. Die Zahl betroffener Berufsgruppen wächst jedoch, denn neue Entscheidungen von Gerichten, von den Ländern oder vom Bund müssen von Kommunen umgesetzt werden und erfordern teilweise neue Fachkompetenzen. Darüber hinaus suchen landesweit alle Gemeinden ähnlich qualifiziertes Personal. Hinzu kommt, dass sich Engpässe in den genannten Berufsgruppen meist nicht über eigene Berufsausbildungen decken lassen, da sie beispielsweise ein Hochschulstudium voraussetzen.

Personalprobleme gibt es in vielen Kommunen - passende Bewerber zu finden ist schwer

Personalprobleme gibt es in vielen Kommunen – passende Bewerber zu finden ist schwer

Besondere Herausforderungen für die Personalplanung der Gemeinden resultieren auch aus Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene wie zum Beispiel in Bezug auf die Erhöhung von Standards, die einen verstärkten Personalbedarf nach sich ziehen. Zwar wächst die Stellenzahl in den Haushalten der NRW-Gemeinden nach vielen Jahren der Schrumpfung seit 2009 wieder an. Ursache dafür ist vorrangig der anhaltende Ausbau der Kindertagesstätten. Gemeinden, welche Kita auf freie Träger ausgelagert haben, verzeichnen im Durchschnitt hingegen weiterhin einen Rückgang der Stellenzahlen.

 

Personalprobleme mit Hilfe von KOMMUNAL lösen

 

Auf die Situation in zahlreichen Kommunen haben auch wir von KOMMUNAL reagiert. Auf vielfachen Wunsch hin haben wir Anfang Juli ein Portal ins Leben gerufen, auf dem Städte und Gemeinden Stellen ausschreiben können und Bewerber Stellen lesen und sich direkt darauf bewerben können.

Besuchen Sie unseren neuen KOMMUNAL-Stellenmarkt – denn der Markt ist in Bewegung und Ihr nächster Mitarbeiter möglicherweise nur noch einen Klick entfernt.