Die Pressearbeit in Kommunen hat sich in den letzten Jahren massiv verändert


5. Januar 2018

Tipps

Pressearbeit neu denken

Heute haben wir es mit Hybridredakteuren zu tun: Sie arbeiten für Print, online, Video gleichzeitig. Vor allem die junge Zielgruppe verlangt heute nach schneller Information und Mehrwert. Und nichts ist hier so erfolgreich wie Video-Content. Eine große Chance für die kommunale Öffentlichkeitsarbeit.

 

Ein KOMMUNAL-Gastbeitrag von Andrej Grabowski

 

„Die Sache ist so wichtig, da müssen wir unbedingt eine Pressemitteilung rausschicken,“  ermahnt der Chef des kommunalen Wirtschaftsverbandes seinen Pressesprecher. Der schreibt ein paar Zeilen zusammen und sendet sie möglichst an möglichst viele Redaktionen – und es geschieht tagelang nichts. Keine Reaktion.

Eine durchschnittliche Nachrichtenredaktion in Print oder TV erreichen pro Tag mehr als 250 Pressemitteilungen, über 8000 Agenturmeldungen, 60 Anrufe, 100e-Mails, 20 Briefe und 16 Pressemappen. Eine Menge Stoff.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass von den 250 Pressemitteilungen im Tagesgeschäft 245 nicht gelesen oder allenfalls überflogen werden. Einfach deswegen, weil sie zu lang, schlecht geschrieben oder nicht auf den Punkt sind. Das ist schade, aber wahr.

 

Pressearbeit funktioniert heute auch in der Kommune anders

 

 

Print-Journalisten müssen heute die online-Seite ihrer Zeitung gleich mit bestücken. Kurz nach der Pressekonferenz erwartet der Chefredakteur einen ersten kleinen Artikel online, später eine ausführlichere Fassung, ein kurzes Video-Interview mit der Kamera und nachher- klar – die große Story für die Morgenzeitung.

Ziehen wir also unsere Konsequenzen aus der aktuellen Lage: Journalisten im Zeitstress können unsere Veranstaltung nicht besuchen oder meiden unsere Pressekonferenz? Na und! Wir stellen eigenen Video-Content ins Netz. Was relevant ist, bleibt relevant, ob mit oder ohne Journalisten.

 

 

 

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Pressearbeit kann auch Videoarbeit heißen

 

 

Unsere  Pressemitteilung findet keinen Wiederhall in den Blättern? Wie wäre es, wenn wir dem gestressten Journalisten die Arbeit erleichtern und die Videoproduktion in die eigene Hand nehmen? Wir stellen ihm einfach ein professionelles Video-Statement unseres Geschäftsführers oder Bürgermeisters zur Verfügung. Eröffnen wir eine Schule, eine Brücke, Straße oder Müllverbrennungsanlage,  packen wir noch ein paar professionelle Themenbilder hinzu.

Natürlich kann sich auch ein Bürgermeister in einer Video-Botschaft an seine Gemeinde wenden. Wenn es professionell gefilmt ist, würden sich auch hier die Journalisten gerne bedienen und Teile davon verwenden.

Ist der Ton professionell, werden auch die lokalen Radiostationen darauf aufmerksam. Und so sind sie mit ihrem Statement schneller in den Nachrichten, als Sie es jemals geglaubt haben.

 

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Damit die Videos auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden, sollte rechtzeitig ein geeigneter „Presseverteiler-Video/Radio“ erstellt werden.

Am besten legen Sie Ihre kleinen Filme auf einen Server, auf dem es sich Journalisten bei Interesse herunterladen können.Das alles hat eine einzige Bedingung. Es muss sich um professionelles Material handeln.

Fachmann für gute Pressearbeit: Andrej Grabowski war viele Jahre stellvertretender Chefredakteur von N24. Heute ist er selbstständiger Medientrainer und arbeitet für Industrie, Verbände und TV-Stationen.

Fachmann für gute Pressearbeit: Andrej Grabowski war viele Jahre stellvertretender Chefredakteur von N24. Heute ist er selbstständiger Medientrainer und arbeitet für Industrie, Verbände und TV-Stationen.

Gute Pressarbeit muss nicht unbedingt teuer sein

 

 

 

Bislang gab es eine einzige Möglichkeit: Man heuerte  ein Kamerateam mit Redakteur und Cutter an  und war schnell 2500 Euro los. Noch heute verdienen Produktionsgesellschaften mit ihren ahnungslosen Kunden sehr viel Geld und liefern oft lausiges Material. Zu besichtigen in tausenden Filmen bei Youtube. Lassen Sie sich nichts vormachen, die technische Entwicklung hat es möglich gemacht: Sie können das alles nun selbst und besser. Und die Kosten sind sehr überschaubar. Ein  Smart-Phone genügt für Film und Schnitt. Besitzen Sie noch ein Tablet? Umso besser.

Man muss nur wissen wie es geht: Kameraführung, Perspektive, und Storytelling – alles ist schnell lernbar.

Aber eine perfekte Kameraführung reicht nicht, wenn sich der Interviewte falsch vor der Kamera bewegt. Auch dies gehört zu einem perfekten Video und muss Lernziel sein. Was Sie brauchen, ist neben dem Smartphone Technik im Wert von etwa 100 Euro und einen Crashkurs in Filmen und Schnitt. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Ihre Ansprache an die eigenen Mitarbeiter, an die Wähler, Statements, der Film vom nächsten Jahreskongress oder der letzten Podiumsdiskussion.

Es wird den Erfolg mit dem Sie kommunizieren grundlegend verändern!