Die Dame ist etwas größer als die Fahrradboxen - doch ihr Fahrrad passt locker rein


1. August 2017

In vielen Städten

Radfahrer dürfen sich über Fahrradboxen freuen

Immer wieder werden Fahrräder geklaut - doch damit soll jetzt Schluss sein. In sogenannte Fahrradboxen können Bürger jetzt ihr Fahrrad einschließen, sodass es vor Witterung und Diebstahl geschützt ist. Doch wie teuer ist die Anschaffung der Boxen überhaupt? Und schützen sie wirklich vor Diebstahl?

 

Obwohl jedes Jahr über 300.000 Fahrraddiebstähle angezeigt werden und täglich Fahrräder von Straßen oder Hinterhöfen verschwinden, wollen viele nicht aufs Zweirad verzichten. Manche haben auch keine andere Wahl:

Sie wohnen in Vororten und fahren mit dem Fahrrad zum Bahnhof, schließen es dort ab und fahren dann mit dem Zug in die nächstgelegene Stadt, um dort zur Uni zu gehen oder zu arbeiten. Abends geht es dann mit dem Zug zurück zum Bahnhof. Nur um dann festzustellen, dass das Fahrrad weg ist. Ärgerlich!

Um genau diesem Problem vorzubeugen stehen in manchen Städten wie Essen oder Hamburg jetzt Fahrradboxen. Von außen sehen sie aus wie hässliche, überdimensionale Mülltonnen. Innen jedoch können Fahrräder reingestellt werden, damit sie vor Witterung und Diebstahl geschützt werden. Die zwei Kubikmetergroßen Boxen können von außen abgeschlossen werden und stehen vor Vereinen, öffentlichen Einrichtungen und Bahnhöfen.

Städte kaufen sie für 500 bis 1000 Euro und vermieten sie für einen Euro pro Stunde und drei Euro pro Tag, 15 Euro im Monat oder 90 Euro im Jahr.

Gemeinsam mit dem Bund wollen sie den Radverkehr stärken, denn das Rad gilt als die letzte Rettung für Mobilitätsprobleme in Großstädten. Zu denen Luftverschmutzung, zu wenig Parkplätze und stundenlange Staus zählen. Deshalb fördert der Bund Fahrradprojekte, Radwege, Aufklärungskampagnen und Unterstellmöglichkeiten. ABER: Helfen ein paarFahrradboxen wirklich dabei mehr Menschen auf das Rad zu bekommen?

Fahrradboxen helfen gegen Diebstahl

Kein seltener Anblick an Bahnhöfen und öffentlichen Einrichtungen

Wahrscheinlich nicht. Denn während die Fahrradboxen-Unternehmen für mehr Fahrradparkplätze plädieren, und manche Städte auf vollautomatische Fahrradparkhäuser wie in Offenburg setzen, scheitern andere Fahrradparkplätze an mangelnder Nachfrage. Deshalb verbinden Fahrradboxen den Aspekt Sicherheit immer häufiger mit moderner Technik: Elektrofahrräder können in vielen Boxen über Stromanschlüsse aufgeladen werden.

 

Aber sind Fahrradboxen überhaupt sicher?

 

Obwohl die Start-Ups Fahrräder vor Diebstahl schützen wollen, bleibt ein Problem am Fuß der Firmen hängen, dass sich wie ein zäher Kaugummi durch quer Deutschland zieht: Auch Fahrradboxen können keine hundertprozentige Sicherheit garantieren, das zeigen Beispiele aus anderen Städten, in denen die Boxen mit Brechstange aufgebrochen und Zwischenwände eingetreten werden. Auch digitale Boxen, die mit dem Smartphone verriegelt, aus der Ferne gebucht und geöffnet werden, können geknackt werden…

Doch ein genauer Blick zeigt, dass es Unterschiede zwischen den Anbietern gibt. Während sich manche Boxen einfach aufbrechen lassen, schlagen andere Alarm, sobald sich jemand unerlaubt Zugriff verschafft. Aber schlägt der die Diebe in die Flucht?

 

Möglichkeiten um den Radverkehr in der Stadt fördern

 

Fahrradboxen bleiben trotz des Restrisikos eine Möglichkeit, um den Radverkehr zu fördern, genau so wie andere Projekte. So setzen manche Städte auch auf Fahrradstationen, an denen Bürger Fahrräder kostenlos aufpumpen und Reparaturen selbst vor Ort durchführen können.