Taschendiebstähle sind nicht nur in Großstädten ein Problem. ©Andriy Popov/123rf


9. November 2017 | Von: Rebecca Piron

Sicherheit

Taschendiebstähle betreffen auch ländliche Kreise

Eine Untersuchung in 400 Kreisen und kreisfreien Städten beweist: Nicht nur Großstädte haben mit Taschendieben zu kämpfen. Während Düsseldorf und Berlin die Tabelle weiterhin anführen, liegen auch ländliche Kreise wie Uelzen, Düren oder Lüneburg weit oben in der Statistik.

 

Die Taschendiebstähle nehmen in Deutschland jährlich konstant zu. Waren es 1991 noch 65.000 polizeilich erfasste Fälle, sind es 25 Jahre später bereits 165.000 Fälle. Seit 2012 steigt die Zahl der Taschendiebstähle jährlich um 12.000 Delikte. Dazu kommt: Laut Experten werden nur etwa 10 Prozent der Taschendiebstähle bei der Polizei angezeigt.

 

Taschendiebstähle: Auch in ländlichen Kreisen ein Problem

 

Eine Untersuchung des Einkaufsprotals shopping.de bei 400 Kreisen und kreisfreien Städten zeigt, dass die üblichen Verdächtigen weiterhin die Statistik anführen. Aber auch ländliche Kreise haben vermehrt Probleme mit Taschendiebstählen. Düsseldorf ist mit 1.314 Taschendiebstählen pro 100.000 Einwohner (absolut 8.041) klarer Spitzenreiter. Es folgen Berlin mit 1.271 (absolut 40.399), Hamburg mit 1.032 und Köln mit 937 Taschendiebstählen pro 100.000 Einwohner.

Taschendiebstähle in deutschen Kreisen und kreisfreien Städten je 100.000 Einwohner ©shopping.de

Taschendiebstähle in deutschen Kreisen und kreisfreien Städten je 100.000 Einwohner ©shopping.de

Doch auch bei den ländlichen Kreisen ist Taschendiebstahl zum Teil ein großes Problem. Der Kreis Uelzen kommt auf 200 Taschendiebstähle pro 100.000 Einwohner und liegt damit auf Platz 42 von 400. Die Kreisstadt Uelzen ist mit knapp  34.000 Einwohnern die größte Kommune im Kreis und liegt 90 Kilometer von der nächsten Großstadt entfernt. Ähnlich sieht es in den ebenfalls ländlichen Kreisen Dahme-Spreewald und Pinneberg aus. Auch ländliche Regionen müssen sich also mit dem Thema Taschendiebstahl auseinandersetzen.

 

Taschendiebstähle werden fast nie aufgeklärt

 

Eine Erfolgsgeschichte schreibt die Aufklärung von Taschendiebstählen bisher nicht. Die höchste Aufklärungsquote gab es 1988 mit 10,2 Prozent. Im letzten Jahr waren es 6,4 Prozent. Die Schadenssumme steigt währenddessen rapide. Waren es 2011 noch 29,5 Millionen Euro, sind es mittlerweile 51,4 Millionen Euro.

Und nun noch die sichersten Kreise: Die geringste Wahrscheinlichkeit einem Taschendieb zum Opfer zu fallen, hat man in den Kreisen Hildburghausen, Unstrut-Hainich, Greiz und Staubing-Bogen. Hier kommen auf 100.000 Einwohner fünf Taschendiebstähle. Die sicherste Stadt mit über 100.000 Einwohnern liegt dagegen bei 38 Taschendiebstählen pro 100.000 Einwohnern. Es handelt sich um das niedersächsische Salzgitter.