Die Stadt Wuppertal wurde mehrmals schon Opfer von Cyber-Attacken

Cyber-Attacken: Verwaltungen werden erpresst

Mo, 05.02.2018

Die Verwaltung der Stadt Wuppertal wird immer häufiger Opfer von Cyber-Attacken. Dabei versuchen die Angreifer das Netzwerk lahm zu legen, um dann Lösegeld fordern zu können. Wie sich die Stadt nun gegen die Cyber-Angriffe wehren will, erfahren Sie hier...

Stellen Sie sich vor, wie Sie während der Arbeit eine E-Mail bekommen. Sie ist von der Kita Ihres Kindes. Neugierig, was die Einrichtung von Ihnen will, klicken Sie auf die E-Mail und lesen, dass sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter verletzt hat und dass Sie im Anhang ein Foto der Verletzung finden. Aus Reflex laden Sie das Foto herunter - und haben anstatt des Fotos nun einen Trojaner auf Ihrem Computer...
Cyber-Attacken wie diese, sogenannte "Spear Phishings", häufen sich seit einiger Zeit in der Verwaltung der Stadt Wuppertal. Dabei spionieren die Angreifer einen bestimmten Mitarbeiter der Verwaltung aus und schicken ihm dann eine individuelle E-Mail.
Erst letzte Woche kam es wieder zu einem Angriff in Wuppertal. Bei diesem Angriff ging es, wie so häufig, um Geld: Die Mitarbeiter erhielten wieder eine E-Mail. Dieses Mal aber vom Bürgermeister. Er forderte die Mitarbeiter schriftlich dazu auf, eine internationale Zahlung von fast 50.000 Euro zu überweisen. Dass es sich dabei nicht um eine echte E-Mail vom Bürgermeister, sondern wieder um eine perfide Betrugsmasche handelte, kam jedoch erst später heraus.
Ein riesen Problem, das sich dabei ergibt, ist, dass das von den Betrügern geforderte Geld in der Krypto-Währung Bitcoin überwiesen werden soll. Sollte ein Mitarbeiter also auf den Trick hereinfallen, ließe sich dadurch überhaupt nicht mehr nachvollziehen, wohin das Geld eigentlich fließt. Die Aufklärung des Angriffs? Wird dadurch extrem erschwert.
Bei einem Cyber-Angriff steht längst nicht nur mehr Geld auf dem Spiel, das den Kommunen verloren geht. So wurde beispielsweise das Lukas-Krankenhaus in Neuss vor zwei Jahren Opfer einer Cyber-Attacke mit Lösegeld-Forderung. Die Folge: Tagelang konnten die Ärzte keine Operation durchführen und auch die Notfallversorgung versagte.
Doch was kann eine Verwaltung gegen solche Angriffe tun?

So will sich Wuppertal jetzt gegen die Cyber-Attacken wehren

Stadtverwaltungen sind beliebte Ziele von Cyber-Attacken, weil hier Einwohnermelde- und Steuerdaten hinterlegt sind. Diese sensiblen Informationen können von den Angreifern an Interessenten verkauft werden, machen die Verwaltungen aber gleichzeitig auch extrem angreifbar.
Doch wie kann sich eine Stadt wie Wuppertal in Zukunft vor solchen Cyber-Attacken schützen? Die Antwort liegt auf der Hand: Durch die Einstellung von IT-Profis, die das System aufrüsten, aber gleichzeitig auch viel Geld kosten.
Ganze 2,4 Millionen Euro hatte der Rat in Wuppertal im vergangen Jahr freigegeben, um Sicherheitslücken zu schließen. Dazu wurden technische Mechanismen entwickelt, die das IT-System nach innen vor sich selbst schützen, außerdem wurden die Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert und fünf bis sechs Mitarbeiter kümmern sich heute um die IT-Sicherheit. Und von den wichtigen Daten werden mittlerweile auch Back-Ups gemacht.
Einen entscheidenden Rat an die Betroffenen haben Sicherheitsexperten dennoch: Bloß kein Geld zahlen. Egal mit welcher Masche das Lösegeld gefordert wird!

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