Tante Emma war gestern, Supermarkt ist heute - doch jetzt übernimmt das Internet!

Der Supermarkt der Zukunft

Der Online-Handel boomt. Doch bei Lebensmitteln liegt der Marktanteil im Internet weiter knapp über einem Prozent. Das wird sich bald ändern, mit drastischen Auswirkungen für Kommunen, meint Christian Erhardt.

 

Aus kleinen Dörfern ist die Nahversorgung inzwischen fast verschwunden. Doch noch immer gibt es in vielen kleineren Städten auffallend viele Lebensmittelmärkte. Doch auch hier steht eine Zeitenwende an. Kommunen werden neue Wege gehen müssen, um die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln sicherzustellen. Was in den Innenstädten bereits passiert ist, wird sich auch im Lebensmittelhandel fortsetzen. Und dabei hilft es nicht, das Internet oder den E-Commerce zu verdammen. Aufhalten lässt sich die Entwicklung ohnehin nicht.

 

Nach den Warenhausketten werden bald auch die Lebensmittelketten aus den Innenstädten verschwinden. Wichtig ist aber weiter, dass die benötigten Waren zeitnah bei den Menschen ankommen!"

 

Der Supermarkt der Zukunft muss gemeinsam mit Kommunen gestaltet werden

 

Also müssen Kommunen die Chancen nutzen, die sich in den neuen Modellen bieten. So ist im Großraum Düsseldorf vor kurzem ein Start-Up gestartet, das den Supermarkt mit einer App ersetzen will. In den Niederlanden ist das Unternehmen schon sehr erfolgreich. Das Versprechen: Der Liefertermin wird den Kunden bis auf 20 Minuten genau vorhergesagt. Der Anbieter kauft bei verschiedenen Händlern seine Waren ein und liefert einmal täglich mit einem selbst entwickelten Elektro-Lieferwagen. Damit springt das junge Unternehmen in eine Marktlücke. Denn den großen Supermarkt-Ketten ist es bisher nicht gelungen, ihre Online-Dienste wirtschaftlich erfolgreich an den Endkunden zu bringen. Doch auch das ändert sich gerade in rasantem Tempo. Zwar weitet der Angstgegner der Supermarktketten, „Amazon“ seine Aktivitäten in Deutschland nur langsam aus. Dafür setzt Rewe voll auf High-Tech. Das Unternehmen testet gerade ein neues Lager. Dort erfolgt die Zusammenstellung der Kundenbestellungen und ihre Verpackung fast komplett automatisch. Fast 100 Millionen Euro investiert der Handelsriese dafür allein für das Lager im Rheinland.

 

 

Das Internet ist auch "nur" ein virtueller Supermarkt-Standort

 

Für Kommunen heißt das: Nach den Warenhausketten werden bald auch die Lebensmittelketten aus den Innenstädten verschwinden. Städte und Gemeinden müssen erkennen: Das Internet ist nichts anderes als ein virtueller Standort. Wichtig ist nur, sicherzustellen, dass die benötigten Waren zeitnah bei den Menschen ankommen. Und zwar flächendeckend. Wirtschaftsförderer und Stadtmarketing können dabei mit neuen Ideen und Konzepten unterstützten. Welche Ideen gibt es bereits in den Kommunen? Haben Sie bereits Modelle entwickelt? Was unterstützt Ihre Gemeinde die Händler vor Ort? Wir sind gespannt auf Ihre Ideen und Konzepte. Schreiben Sie uns unter: redaktion@kommunal.de  Wir stellen die interessantesten Vorschläge vor! Herzlichen Dank vorab!

 

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