Der Einzelhandel steht laut einer Studie vor einem radikalen Umbruch

Einzelhandel: Was tun gegen den Kahlschlag der Innenstädte?

In den nächsten Jahren wird jeder zweite Einzelhändler vom Markt verschwinden - so sagt es eine Studie. Stadtplaner stehen vor einer riesigen Herausforderung. Wir haben bei den Experten nachgefragt - das sind die drei wichtigsten Tipps für Kommunen!

Allein im Lebensmitteleinzelhandel sind Millionen Jobs gefährdet. So steht es in einer neuen Studie. In zehn bis 15 Jahren werde jedes zweite Filialunternehmen vom Markt verschwunden sein, heißt es im Branchenreport des Beratungsunternehmens Oliver Wyman, über den die "Welt am Sonntag" zuerst berichtete. Der Rest werde etwa aufgekauft oder fusioniert. Hauptgrund ist der Online-Handel. Immer mehr Menschen kaufen bei den großen Händlern im Netz ein.

Stadtlogistiker stehen vor großen Herausforderungen

Die große Gefahr: Die Geschäfte in den Innenstädten - vor allem auf dem Land - schließen. Es droht die Verödung der Innenstädte. Händeringend suchen Händler und Kommunen daher nach Methoden, wie sie die Innenstädte weiter attraktiv halten können. KOMMUNAL wird in seiner nächsten Ausgabe, die Mitte März erscheint, in einem Deutschland-Report ausführlich über die Bemühungen verschiedener Städte berichten. HIER bestellen Sie das Abo (3 Ausgaben kostenfrei)

 

Expertentipps gegen Verödung von Innenstädten

KOMMUNAL hat nachgefragt beim Experten Andre Stromeyer. Er ist Geschäftsführer der HBB Gewerbebau und zuständig für die Vermietung von Objekten in Innenstädten. Er kennt das Problem, dass Gebäude nicht leer stehen dürfen. Exklusiv für KOMMUNAL gibt er Kommunen drei Tipps, worauf sie unbedingt achten müssen

1. Online und offline verknüpfen

Sorgen Sie dafür, dass das Einzelhandelsangebot ihrer Stadt auch online gut sichtbar ist. Alles was online nicht sichtbar ist, wird gar nicht erst in die Entscheidungsfindung der Konsumenten aufgenommen. Was nicht bedeutet, dass die Shops auch einen Onlinehandel betreiben müssen. Sie müssen sich aber mit ihrem Angebot und Service online darstellen. Motivieren Sie Händler dazu, an der Plattform teilzunehmen, organisieren Sie Arbeitskreise und stellen Sie die notwendige Infrastruktur.

2. Events in Ihrer Kommune helfen

Organisieren Sie attraktive  Events, die Kunden dazu bringen in ihre Stadt zu kommen. Frei nach dem Motto "jede Woche eine neue Welt"' müssen Sie Kunden Anreize bieten in ihre Stadt/Gemeinde zu kommen und dann auch dort einzukaufen.

3. Vernetzen Sie Kommune und Einzelhandel

Schaffen Sie  eine organisatorisch Einheit, die als Ansprechpartner für expansionswillige Händler dient, gute Kontakte zu den vorhandenen Einzelhändlern, aber auch den Immobilienbesitzern pflegt und ein aktives Leerstandsmanagement betreibt.

Der Einzelhandel vor Ort leidet vor allem am Onlinehandel - kann aber von Online auch profitieren

Ein guter Überblick über den vorhandenen Einzelhandel und fehlende Sortimente, sowie wissen über passende Flächen für Händler, die einen Laden in ihrer Stadt/Kommune eröffnen wollen und den dazu passenden Eigentümer  zu kennen, kann den entscheidenden Vorteil für eine Stadt/Kommune im Kampf um die Kunden darstellen. Leerstandsmanagement wird immer wichtiger. Länger leerstehende Flächen führen häufig zu weiteren Leerständen, mit der Folge dass diese Lage dann für Händler und Kunden unattraktiv wird. Hier muss aktiv gegengesteuert werden und durch Aktionen, Pop-Up-Stores, Ausstellungen etc. die Lage interessant gehalten werden.

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