Radfahren ist in: 32 Prozent aller Männer und 22 Prozent aller Frauen in Deutschland fahren laut dem Institut Forsa Fahrrad.

Fahrrad - Bahn statt Auto-Wahn

Mo, 05.12.2016

Heinrich Strößenreuther bezeichnet sich selbst als Fahrrad-Lobbyist. Mit seiner Agentur "clevere Städte" macht er PR für das Rad. Im KOMMUNAL-Gastbeitrag begründet er, warum er das Rad für die bessere Alternative zum Auto hält.

von Heinrich Strößenreuther
Lässt man Klimaschutz, drohende Fahrverbote, Verkehrstote und -verletzte und nicht zuletzt die Zerschneidungswirkung von Autostraßen außer Acht, darf man über Fahrrad-Wahn sprechen. Als Meinungsforscher von Minderheiten, möglicherweise nur Grünen oder Linken zu sprechen, geht an den Trends in Berlin vorbei.
Im Juni noch waren 62% der Berliner und sogar 50% der Autofahrer der Meinung, dass die Radpolitik des Berliner Senats nix tauge und der Volksentscheid Fahrrad in die richtige Richtung ginge. Zwei Monate nach der Wahl, nachdem nun 2 ½ Fahrrad-Parteien koalieren und der Koalitionsvertrag veröffentlicht wurde, stieg dieser Wert weiter: Drei viertel der Berliner sind der Meinung, dass Investitionen in die Schulsanierung und in den Ausbau der Radwege in die richtige Richtung gehen.
Radverkehr ist in Berlin in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Tatsächlich werden acht von zehn Wegen der zwei Millionen Innenstadtbewohner nicht mit dem Auto zurück gelegt. Wer Radverkehrspolitik macht, die Fußgängern und ÖPNV-Kunden hilft und Staus für Pkws verringert, hilft allen.
Dass eine Minderheit, die fast 60% der Verkehrsflächen für sich beansprucht, nun Flächen abgeben muss, ist folgerichtig. Der Radverkehr wird sich seine Bahn brechen, der Auto-Wahn wird sich verringern. Das wollen übrigens 82% aller Bundesbürger laut repräsentativer Umfrage des Umweltbundesamtes. Wer das Fahrrad als “Freizeitverkehrsmittel” bezeichnet, fährt vielleicht wirklich nur Sonntags mit dem Fahrrad. Oder übersieht vielleicht die Lebensrealität von Millionen Deutschen, die täglich mit dem Rad fahren.
Gerne bin ich deshalb Fahrrad-Lobbyist des Volksentscheid Fahrrad und freue mich über das Zeichen, das von Berlin in die Republik ausgeht.

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