Hunderte Blitzeranlagen in Deutschland sind aktuell abgestellt

80 Kommunen schalten Blitzeranlagen ab

Hunderte Blitzeranlagen in Deutschland stehen im Moment still - sind nicht in Betrieb: Betroffen sind Geräte in 80 deutschen Kommunen. Der Grund liegt in der Technik.

Autofahrer werden jubeln - die Stadtkämmerer fluchen: 80 deutsche Kommunen verzichten im Moment darauf, ihre Blitzergeräte zu benutzen. Grund ist eine Umstellung in den Vorschriften für Blitzer. Es geht um einen Mindestabstand für Induktionsstreifen, die die Geschwindikgeit der Autos messen. Die Induktionsschleifen sind nicht entsprechend der neuen Vorschriften verlegt.

Es blitzt  - das Blitzerfoto kommt aber nicht mehr an

Das Problem wurde zunächst nur in Düsseldorf bekannt. Daraufhin ging die Stadt schon im Januar dazu über, vorsichtshalber die aufgezeichneten Blitzer nicht mehr zu verfolgen. Diverse Verfahren, die bereits laufen, dürften wohl eingestellt werden. Inzwischen sind 80 weitere STädte - darunter Hannover, der Landkreis Hildesheim und zahlreiche Städte im Ruhrgebiet - sind dem Beispiel inzwischen gefolgt.

Das war das Problem mit den Blitzeranlagen

Es geht um mehrspurige Straßen. Dort muss der Mindestabstand zwischen den Induktionsschleifen einen Meter 20 betragen. Vorher hieß die Regelung: Sie "sollte" einen Meter 20 betragen. Dieses kleine Wörtchen macht eben juristisch einen großen Unterschied. Und auch technisch hat die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, die für die Blitzeranlagen zuständigt ist, gute Gründe für die Änderung. Denn die Induktionsstreifen können sich theoretisch sonst gegenseitig beeinflussen. Denkbare Folge wären leere Fotos auf dem Messfilm. Das allein wäre für Autofahrer kein Problem - denn das Blitzerfoto gilt nur, wenn das Auto auch zu sehen ist. Aber so ist es eben - je nach Verkehr - auch möglich, dass ein völlig unbeteiligtes Auto auf dem Film zu sehen ist. Und genau das führte zum Abbau der Blitzeranlagen, bzw. dazu, dass sie erst einmal stillgelegt wurden.

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