Mit dem Bürgermeister auf Whatsapp chatten
Fotolia: Sara Michilin

Auf Whatsapp mit dem Bürgermeister chatten

Di, 08.01.2019

Immer mehr Bürgermeister bieten auf Whatsapp eine Bürger-Sprechstunde an. KOMMUNAL berichtet über die Beweggründe und Erfahrungen

Wie kann man als Politiker die Menschen im Ort erreichen? Wie kommt man mit den Personen in Kontakt, die sich nicht engagieren? Und wie schafft man es, die Bürger mitzunehmen?

Auf diese Fragen hat Baden-Badens Oberbürgermeisterin eine Antwort gefunden: Auf Whatsapp bietet Margret Mergen eine Bürgersprechstunde an.

Über den Messenger können Interessierte mit der Oberbürgermeisterin chatten, wichtige Fragen stellen und Ideen vortragen.

 

Oberbürgermeisterin Margret Mergen chattet auf Whatsapp mit ihren Bürgern
Oberbürgermeisterin Margret Mergen will auf Whatsapp den Dialog mit den Bürgern fördern      Bild: Uschi Jonas

Bürgerbeteiligung auf Whatsapp - Was bringt es?

 

"In den letzten Jahren beobachten wir immer stärker, dass Menschen mehr beteiligt werden wollen, bei Prozessen stärker mitentscheiden wollen", erklärt Mark Schwalm, Politikwissenschaftler an der der Bergischen Universität Wuppertal gegenüber der Huffingtonpost. Aus seiner Sicht ist es heutzutage nicht mehr ausreichend, die Bürger lediglich zu Versammlungen einzuladen.

Und auch Margret Mergen glaubt an eine vielfältige Bürgerbeteiligung: Für sie liegt der Vorteil von Whatsapp vor allem darin, dass sie auf einer ganz anderen Ebene mit den Bürgern kommunizieren kann. Sie kann schneller und besser auf Anliegen reagieren und Entscheidungen erklären, die die Einwohner sonst vielleicht gar nicht verstanden hätten. Dadurch wächst nicht nur die Empahie, sondern auch das Verständnis füreinander. Die Bürger haben endlich eine Plattform, auf der sie ihre eigenen Ideen loswerden können und fühlen sich ernst genommen.

Vor allem aber werden Mergen und ihr Team auf Mängel hingewiesen, die sie sonst vielleicht gar nicht auf dem Schirm hätten.

 

Immer mehr Bürgermeister chatten auf Whatsapp mit ihren Bürgern

 

Mergen ist längst nicht mehr die einzige, die den Messenger nutzt, um mit den Bürgern in Dialog zu treten. Auch der Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg setzt auf Whatsapp. Im Gegensatz zu Baden-Badens Oberbürgermeisterin Mergen legt er keine festen Chattermine fest. Sondern ist quasi rund um die Uhr erreichbar - ganz ohne Termin oder feste Sprechzeit.

 

Auch im Baden-Württembergischen Bad Säckingen findet regelmäßig eine Whatsapp-Sprechstunde statt. Bürgermeister Alexander Guhl freut sich über Anregungen und nimmt sich genug Zeit für jede Antwort. Mit der neuen und digitalen Art der Kommunikation will er Unzufriedenheit vorbeugen und zeigen, dass Politik nicht nur distanziert und abgehoben, sondern auch bürgernah sein kann. Guhl will signalisieren, dass er nicht einer von "denen da oben ist".

 

Bürgerbeteiligung: Sind es immer dieselben Leute, die sich melden?

 

Oberbürgermeisterin Margret Mergen will mit Whatsapp die Menschen erreichen, die niemals im Rathaus vorbeikommen würden. Nach eigenen Aussagen gelingt ihr das auch. Denn obwohl Whatsapp vor allem bei den jungen Leuten beliebt ist, melden sich auch viele Ältere über den Messenger.

Interessanterweise waren es aber ihre jüngeren Kollegen, die ihre 56-jährige Chefin auf die Idee gebracht haben, die Whatsapp-Sprechstunde einzuführen.

 

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