Henrik Haenecke und Sigrid Nikutta von der BVG, Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Berlins Bürgermeister Michael Müller, Karl Max Einhäupl und Astrid Lurati von der Charité machen die erste Fahrt mit dem autonomen Bus. ©Gudath/Charité

Autonome Busse jetzt auch an der Charité

Zwei fahrerlose Kleinbusse sind ab jetzt auf dem Charité Campus Mitte unterwegs. Zwei werden im April auf dem Campus Virchow-Klinikum folgen. Das Projekt soll zeigen wie Fahrgäste das autonome Fahren annehmen und ob die Technologie als ÖPNV "für die letzte Meile" geeignet ist.

Sie fahren auf einer Strecke von 1,2 Kilometern im Kreis über das Charité-Gelände und halten an neun Punkten. Die Elektrokleinbusse, die jetzt an Berlins ältestem Krankenhaus neu im Einsatz sind, fahren emissionsfrei und autonom. So sollen Umwelt- und Lärmbelastung auf dem Gelände verringert werden. Sie fahren mit maximal 12 Stundenkilometern und können bis zu elf Passagiere befördern. Ab April werden ebenfalls zwei autonome Busse auf dem Campus Virchow-Klinik fahren. An beiden Standorten können Patienten, Besucher und Personal die neuen Busse kostenlos nutzen. Im ersten Jahr wird noch eine Begleitperson mitfahren - ab Frühjahr 2019 sollen die Busse dann ganz ohne menschliche Überwachung auskommen.

Wie nehmen Fahrgäste autonome Busse an?

Das Projekt der Charité, der Berliner Verkehrsbetriebe und des Landes Berlin kostet bis zu seinem Ende im Frühjahr 2020 4,1 Millionen Euro. Das Bundesumweltministerium unterstützt das Projekt mit 3,2 Millionen Euro aus dem Förderprogramm "Erneuerbar mobil", das seit 2009 nachhaltige Lösungen für eine klimafreundliche E-Mobilität fördert. "Wir wollen erforschen, ob man mit diesem Ansatz mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen und so die Umwelt entlasten kann", sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze. "Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit Fahrgäste autonomes Fahren akzeptieren."

Deshalb wird das Projekt von Medizinsoziologen der Charité begleitet, die die Akzeptanz der Fahrgäste untersuchen. Besonders den Umstieg von einem autonomen Fahrzeug mit und ohne Aufsichtsperson. Die BVG interessiert sich besonders für das weitere Potential der fahrerlosen Busse. Auf lange Sicht sollen sie einen Teil des ÖPNV übernehmen. Besonders die "letzte Meile" von Bus oder Bahn zur Haustür und die derzeit schwach ausgelasteten Strecken im BVG-Netz."Für uns ist klar, dass wir die Mobilität der Zukunft in unserer Stadt mitgestalten und maßgeblich prägen werden", sagt Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende der BVG.

Berlin soll führende Smart City werden

Die Campus der Charité eignen sich als Testfelder für autonome Busse, weil sie den Verkehr in einer Kommune im Kleinen abbilden. Es gibt Gehwege, Straßen und Kreuzungen und die Verkehrsteilnehmer reichen von Fußgängern über Fahrradfahrer und Autofahrer bis hin zu Lkw-Fahrern. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Berlin zu einer der führenden Smart Cities zu machen", sagt der regierende Bürgermeister Michael Müller. "Mit innovativer Technologie gestalten wir gemeinsam ein zukunftsträchtiges Mobilitätsangebot, das den Menschen in unserer Stadt zugutekommen wird."

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