Das Baukindergeld soll den Hausbau von Familien fördern - die Förderung fließt aber nicht!
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Das Baukindergeld soll den Hausbau von Familien fördern - die Förderung fließt aber nicht!

Baukindergeld: Noch kein Cent ausgezahlt

Politisch war es von Anfang an umstritten - das Baukindergeld. Es soll vor allem Familien mit Kindern in Eigentum bringen. 12.000 Euro pro Kind, ausgezahlt auf 10 Jahre für alle, die ein Eigenheim erwerben. So die politische Theorie. In der Praxis hat der Bund aber noch keinen Cent ausgezahlt. Warum eigentlich nicht?

Es klingt nach einem Erfolgsmodell - erst seit wenigen Monaten überhaupt verfügbar, haben schon knapp 80.000 Familien das Baukindergeld beantragt. Seit Ende September können Anträge eingereicht werden. Doch bis heute hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) noch keinen einzigen Cent ausgezahlt. Das hat die Förderbank des Bundes bestätigt. Zuvor hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet. Demnach sind es übrigens vor allem Familien in Westdeutschland, die die Förderung beantragen. Besonders häufig kommen die Familien laut der KfW aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen. 

Doch sämtliche Familien warten noch auf Auszahlung der Beträge. Denn nach Aussage der Förderbank wird es erst in einigen Wochen möglich sein, die nötigen Nachweise hochzuladen. Dazu gehören der Grundbucheintrag, eine Meldebescheinigung und im Zweifel Steuerbescheide. "Der Upload starte bald", zitiert Bild einen KfW-Sprecher.

Das Baukindergeld steht Familien und Alleinerziehenden mit einem Kind zu, die nicht mehr als 90.000 Euro zu versteuerndes Einkommen pro Jahr haben. Pro Kind erhöht sich dieser Betrag um rund 15.000 Euro. 

Bezuschusst werden Wohnungen und Häuser, die von dieser Zielgruppe seit dem 1. Januar gekauft wurden oder für die Baugenehmigungen erteilt wurden. 

 

Baukindergeld spielt offenbar nur geringe Rolle am Wohnungsmarkt 

 

Derweil gehen am Immobilienmarkt die Preise vor allem in den genannten westdeutschen Bundesländern weiter nach oben. Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche sind es beiweitem nicht mehr nur Deutschlands Großstädte, die boomen. Vielmehr verlagert sich der Immobilienboom in Städte aus der zweiten und dritten Reihe. Dort zumindest steigen die Wohnungspreise zur Zeit am schnellsten. 

In der Top 20 der Städte mit den höchsten Preissteigerungen (Kaufpreis je Quadratmeter) liegen laut dem Bericht vor allem mittelgroße Städte wie Rosenheim (63.000 Einwohner) oder auch Landshut (70.000 Einwohner) sowie weitere Städte in der Kategorie unter 100.000 Einwohnern wie etwa Esslingen, Ludwigsburg, Erlangen und Freiburg. 

Zum Vergleich: Kostet der durchschnittliche Quadratmeter in Berlin 3800 Euro, sind es in Esslingen 3400 und in Konstanz sogar 4500 Euro. Einzig München mit einem Quadratmeterpreis von über 7000 Euro liegt deutlich darüber, andere Metropolen wie Köln (3400) und Hamburg (3900) liegen etwa auf gleichem Niveau. Für die Studie, die ein Maklerbüro im Auftrag der Wirtschaftswoche erhoben hat, wurden jedoch nur Städte mit mindestens 60.000 Einwohnern berücksichtigt. 

Es ist übrigens nicht das fehlende Bauland, das die Preise in die Höhe schnellen lässt. Erst vor wenigen Tagen erschien wieder eine Studie, wonach rund 2 ein halb Millionen Wohnungen entstehen könnten, wenn das Baulandpotential ausgenutzt würde.

 

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Bauboom hat längst den ländlichen Raum erreicht 

 

Vor allem beim Bau von Neubauten wird schnell sichtbar, dass sich zumindest die privaten Bauherren gerne auf dem Land und nicht in der Stadt niederlassen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist der Bauboom vor allem in ländlichen Regionen groß. Das hat eine Datenauswertung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ergeben. Im Nordwesten wird demnach am meisten gebaut.  Darunter ländliche Gemeinden, wie Lingen, Meppen, Haselünne (über 8 neue Wohnungen je 1000 Einwohner), in NRW vor allem mittelgroße Städte wie Warendorf oder Gütersloh. 

 

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