interkommunale Zusammenarbeit - sieben goldene Tipps aus der Praxis
interkommunale Zusammenarbeit - sieben goldene Tipps aus der Praxis

Mutmacherbeispiele

Interkommunale Zusammenarbeit - 7 goldene Tipps aus der Praxis!

Erstmals fasst eine 250 Seiten umfassende Publikation Hunderte gelungener Beispiele von gewinnbringender Zusammenarbeit mehrerer Kommunen zusammen. Das Institut für Städtebau und Wohnungswesen hat sie mit zahlreichen Partnern erstellt. Wir stellen Ihnen die Publikation zur Verfügung und haben die sieben wichtigsten Tipps daraus für Sie zusammengefasst.

Interkommunale Zusammenbarbeit ist für viele nach wie vor ein sperriger Begriff, der erstmal keine Bilder im Kopf verursacht. Das ändert sich aber bei allen, die die neue Publikation gelesen haben. Denn dort werden anschaulich die verschiedensten Projekte aus ganz unterschiedlichen Bereichen dargestellt. Da geht es mal um die Belebung der Innenstadt, mal um ein Schwimmbadprojekt oder ein anderes Mal um kommunale Einrichtungen, die gemeinsam organisiert werden. Und vor allem richtet sich das Augenmerk sehr stark auf Kooperationen in kleinen Kommunen und Landgemeinden. Gleichzeitig werden aber auch Projekte in Großstädten, wie etwa im Ruhrgebiet vorgestellt. 

Interkommunale Zusammenarbeit - die sieben goldenen Tipps! 

Was bei allen Projekten auf den rund 250 Seiten der Publikation zur interkommunalen Zusammenarbeit auffällt: Es gibt nicht DIE EINE Idee, die funktioniert. Jedes Projekt ist anders und lebt von seinen Akteuren. Sieben Regeln lassen sich jedoch daraus immer wieder ablesen: 

Regel 1 zur interkommunalen Zusammenarbeit: Wagen Sie Experimente 

Die beschriebenen Projekte zeigen immer wieder, dass am Anfang meist eine Utopie steht, von der alle Seiten nicht wussten, ob es Überhaupt eine Chance auf Erfolg hat. Wer gleich ans Scheitern denkt, wird niemals beginnen und kann nichts Neues wagen.

Regel 2 zur interkommunalen Zusammenarbeit: Beginnen Sie mit kleinen Projekten 

Kommunen, die vorher wenig miteinander gearbeitet haben, werden sich an dem einen großen Projekt schnell verheben, wenn die Strukturen nicht gelernt sind. Erste kleine Schritte, etwa gemeinsame Planung und Bearbeitung in einer Baubehörde können helfen. 

Regel 3 zur interkommunalen Zusammenarbeit: Beginnen Sie informell

Projekte brauchen zwar manchmal am Ende eines Prozesses auch einen Vertrag, der kann aber nie mehr als den Rahmen bilden. Viel wichtiger ist, dass Absprachen zwischen den beteiligen Personen auch funktionieren, Papier ist bekanntlich geduldig. Die Erfahrung vieler Projekte zeigt, dass es Anfangs informell leichter läuft und daraus im Laufe der Zeit eine formelle Zusammenarbeit entsteht.

Regel 4 zur interkommunalen Zusammenarbeit: Planen Sie Anfangs mehr Arbeit ein

Fast alle Projekte sind zunächst einmal zeitlich und teils auch finanziell aufwändig. Vor allem in der Kommunikation kommt erheblicher Aufwand auf Sie zu. Denn Sie müssen es schaffen, auch die Bürger mitzunehmen bei ihren Entscheidungen. Sonst kann interkommunale Zusammenarbeit nicht gelebt werden 

Regel 5 zur interkommunalen Zusammenarbeit: Die Schlüsselrolle haben immer die Bürgermeister 

Wie so oft im Leben läuft auch hier das Wichtigste über den persönlichen Draht von Menschen. Wenn das Projekt nicht direkt zwischen den Bürgermeistern besprochen und gelebt wird, kann es kaum gelingen, Verwaltung, Kommunalpolitik und Bürger mitzunehmen. Das Signal nach außen muss sein: "Unser Bürgermeister brennt für die Zusammenarbeit"

Regel 6 zur interkommunalen Zusammenarbeit: Verzichten Sie auf Standortdiskussionen 

Will man etwas gemeinsam machen so muss klar sein, dass der Standort etwa einer neuen Einrichtung nicht immer auf dem eigenen Gebiet liegt. Es darf niemals darum gehen, in welchem Ort welche Einrichtung steht, sondern an welcher Stelle sie am sinnvollsten ist, unabhängig vom Ortsschild. 

Regel 7 zur interkommunalen Zusammenarbeit: Projekte der öffentlichen Daseinsvorsorge sind besonders geeignet 

Die in der Publikation genannten Projekte handeln fast immer von Dienstleistungen und Einrichtungen, die im Ort nicht mehr ausreichend vorhanden sind. Zielstellung gerade im ländlichen Raum war fast immer die Frage: "Wie verhindern wir Abwanderung, weil die öffentliche Daseinsvorsorge nicht mehr gewährleistet ist". Je konkreter dieses Projekt ist, desto einfacher werden Sie Ihren Bürgern in der Kommunikation den Sinn und Zweck der Aktion vermitteln können. 

Hier finden Sie das Dokument zur interkommunalen Zusammenarbeit als pdf zum Herunterladen 

An der Publikation haben neben dem Institut für Städtebau und Wohnungswesen München/Berlin unter anderem auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Deutsche Städtetag mitgewirkt. Das Werk ist unterteilt in die Bereiche "Siedlungsentwicklung", "Infrastrukturelle Daseinsvorsorge" "Standortentwicklung und Marketing" sowie den Bereich "Prozessgestaltung und Organisationsformen". zudem gibt es noch einen Ausblick auf die internationale Praxis etwa in Luxemburg, Österreich und der Schweiz. 

Die Beispiele stammen unter anderem aus der Region Dresden, dem Ruhrgebiet, Rendsburg, dem Rheingau, Stuttgart, der Fränkischen Schweiz, Weil am Rhein, Bachtal und der Gemeinde Allianz Hofheimer Land sowie von der Mecklenburgischen Seenplatte. 

Das komplette PDF (28 MB) stellen wir Ihnen HIER gerne zum Herunterladen zur Verfügung.