Die Kaufprämien für E-Autos werden nicht wirklich genutzt

Kommunen: Kein Interesse an Prämie für E-Autos

Mo, 08.01.2018

Die staatliche Prämie für den Kauf von Elektroautos wird von Privatleuten, Firmen und Kommunen nicht richtig ausgenutzt - auch wenn die Nachfrage in den letzten Monaten gestiegen ist...

 
Der Staat fördert den Kauf eines E-Autos mit knapp 2000 Euro. Doch Privatleute, Unternehmen und Kommunen zeigen kein Interesse. Das berichtete die WELT vor kurzem. 2016 wurde der sogenannte Umweltbonus eingeführt und 600 Millionen Euro für die Förderung zur Verfügung gestellt. Doch bis heute wurden nur 65 Millionen Euro, also etwas mehr als zehn Prozent der Gesamtsumme gebunden.
Insgesamt wurden 46.897 Anträge für einen Zuschuss beim Kauf eines Autos gestellt.

Wie viel Euro bekommen die Käufer eines E-Autos vom Staat?

Der Bund fördert den Kauf eines Batterieautos und Brennstoffzellenfahrzeugs mit 2000 Euro. Für ein von außen aufladbares Hybridauto gibt es vom Staat 1500 Euro. Damit die Förderung aber bewilligt wird, muss der Käufer vom Hersteller des Autos mindestens die gleiche Summe bekommen.

Sollte das Fördergeld anders genutzt werden?

Eigentlich sollte der Umweltbonus so lange ausgezahlt werden, bis der Topf leer oder die erste Jahreshälfte 2019 erreicht ist. „Aktuell spricht einiges dafür, dass die Mittel nicht bis zum Ende der Förderung Mitte 2019 ausgeschöpft sind“, sagte der Präsident des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Andreas Obersteller. Sein Vorschlag: Das Geld anderweitig zur Förderung der Elektromobilität einzusetzen. „Die neue Bundesregierung könnte einen Teil des Budgets umwidmen und für die Förderung privater Ladeinfrastruktur bereitstellen. Diese Unterstützung könnte beispielsweise von Handwerkern, Hotelbetrieben oder Wohnanlagen genutzt werden.“

Staatliche Stellen nutzen die Kaufprämie für E-Autos nicht!

Obwohl staatliche Stellen der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen sollten, nutzen nur wenige von ihnen die Prämie. Um genau zu sein: nur 346  kommunale Betriebe und Zweckverbände.

Warum wird die Prämie für E-Autos so schlecht angenommen?

  • Mit der Abwrackprämie 2009 kauften sich die Deutschen vor allem billigere Neuwagen
  • Batterie-, Brennstoffzellen– oder Hybrid– Fahrzeuge sind teurer als Autos mit Verbrennungsmotor
  • Die Ladeinfrastruktur ist sehr schlecht, denn an normalen Tankstellen gibt es nur selten E-Zapfsäulen und auch an Supermärkten oder Bahnhöfen fehlen Ladestellen
  • Kritiker warnen davor, dass E-Autos wie beispielsweise der Streetscooter der Deutschen Post noch nicht ausgereift sind und die Nutzer deshalb Angst vor Unfällen hätten, die Batterie Probleme bereite und es kaum Werkstätten gibt, die sich mit den speziellen Autos auskennen

Am Anfang startete der Umweltbonus mit circa 100 Anträgen pro Tag. Mittlerweile hat sich die Nachfrage jedoch verdreifacht und es gehen circa 300 Anträge pro Tag ein. Dennoch wird Deutschland wohl auch in naher Zukunft keinen Elektroauto-Boom erleben, wie es in anderen Ländern wie Norwegen längst der Fall ist.

Weitere Gastbeiträge

Neuester Inhalt

Immer informiert bleiben!

Jetzt für KOMMUNE.HEUTE anmelden und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.
 Ja, ich habe die Datenschutzerklärung verstanden und akzeptiere sie.*

Ja, ich möchte im Newsletter persönlich angesprochen werden! (optional)