Mobilität in Kommunen
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Perspektivwechsel: Mobilität in Kommunen neu denken

Mo, 02.09.2019
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Wie können wir in Kommunen trotz Klimaschutz weiterhin mobil bleiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich KGSt-Referentin Elke Grossenbacher.

 

Immer stärker werden Bewusstsein und Bestreben, aktiv zum Klimaschutz beizutragen und die Umwelt zu schonen. Ein Teilaspekt davon betriff die private und betriebliche Mobilität: Wege zum Arbeitsplatz sowie im beruflichen Kontext verursachen Verkehr, kosten Zeit und belasten die Umwelt. So hat z. B. eine Stadt mit 65.000 Einwohnern festgestellt, dass 2016 knapp 14.000 Dienstgänge und -reisen anfielen und rund 230 Fahrzeuge vom PKW bis zum Spezialfahrzeug betrieben wurden. Darin lediglich Fuhrparkverwaltung und Beschaffung von Fahrkarten zu sehen, wird der Situation nicht gerecht. Wichtig ist ein Perspektivwechsel:

Welche Reisen und Transporte sind wirklich notwendig?
Muss ein PKW zum Einsatz kommen oder sind Fahrrad oder ÖPNV gute Alternativen? Ist eine physische Ortsveränderung wirklich erforderlich oder kann der Zweck auf andere Weise erreicht werden, bspw. durch Telefonat, Telefon-/Videokonferenz oder Zusammenlegung mit anderen Terminen? Können Botenfahrten durch Zusammenlegung oder Verlagerung auf die Post reduziert werden? Je mehr Homeoffice, umso mehr ersparte Arbeitswege!Welche Verkehrsoptionen sind lokal verfügbar?
Es gibt keine Blaupause, ausschlaggebend ist der einzelne Fall. Im ländlichen Raum stehen oft nicht die gleichen Verkehrsmittel wie in Städten zur Verfügung und erfordern in dieser Hinsicht gegebenenfalls andere Vorgehensweisen.

Welche Zielvorgaben sollen maßgeblich sein?
Eine optimale Unterstützung der Arbeit der Facheinheiten, wirtschaftliche oder ökologische Ziele und ggf. weitere lokale Vorgaben sind abzuwägen und in Einklang zu bringen.

In der Praxis gibt es bereits gute Lösungen:

  • Werden Dienst-PKWs nicht einzelnen Facheinheiten zugeordnet, sondern als Pool gehandhabt, können mehr Personen darauf zugreifen, die Auslastung steigt, die Anzahl der benötigten Fahrzeuge und daher die Kosten sinken. Kombiniert mit einem Wechsel auf E-Antrieb, was derzeit in vielen Kommunen geschieht, gewinnt diese Antriebsart an Wirtschaftlichkeit und die Feinstaubbelastung wird verringert.
  • Der Umstieg bei kurzen Dienstgängen vor Ort von PKW auf Fahrrad entlastet die Umwelt, spart Kosten und ist ein Beitrag zur Mitarbeitergesundheit.
  • Eine Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern spart durch Reduzierung ihrer früher täglichen Botenfahrten zwischen Schulen und Rathaus deutlich spürbar Arbeitszeit und Umweltbelastungen ein.
  • Düsseldorf betreibt mit externen Partnern gemeinsames Car-Sharing, das dienstlichen Zwecken, aber auch Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht.
  • Stuttgart hat den ganzheitlichen Aktionsplan „Nachhaltig mobil in Stuttgart“ aufgelegt, der auch die stadteigene Mobilität umfasst und zu einer Umstellung des Fuhrparks, u.a. durch Nutzung von Last-/Fahrrädern, führt.

Die KGSt hat ihre Empfehlungen im Bericht 14/2017 „Impulse für das betriebliche Mobilitätsmanagement in Kommunen“ veröffentlicht.

 

Mobilität in Kommunen
Elke Grossenbacher ist Referentin im Programmbereich Organisations- und Informationsmanagement in der KGSt.



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elke.grossenbacher@kgst.de

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