Statt Dieselruß pufft aus dem Zug nur noch Wasserdampf und Kondenswasser
Copyright: Alstom/ Michael Wittwer

Revolutionär: Ein Zug mit Wasserstoff-Antrieb

Mi, 10.01.2018

Ein Zug, der leiser ist als eine normale Diesel-Lok, keine Oberleitungen braucht, die das Stadt- oder Landbild stören und darüber hinaus auch noch emissionsfrei über die Schienen gleitet, wird jetzt in der norddeutschen Provinz getestet. Der Zug könnte eine echte Alternative sein für Dieselzüge sein - mit einer kleinen Einschränkung...

Das Ende für Diesel-Züge naht!
Zumindest zwischen Bremervörde, Bremerhaven und Cuxhaven. Denn auf dieser Strecke sollen ab 2021 Züge mit Brennstoffzellen-Antrieb eingesetzt werden. Genau genommen handelt es sich dabei um den Zug iLint vom Schienentechnikhersteller Alstom. Es ist der erste Zug der Welt ist, der mit Wasserstoff angetrieben wird. Auf seinem Dach befindet sich ein Wasserstofftank und eine Brennstoffzelle, die den Wasserstoff mit dem Sauerstoff aus der Umgebung verbindet und so Strom erzeugt. Der überschüssige Strom wird dann in Batterien gespeichert, die unter dem Boden befestigt sind. Das Ergebnis: Anstatt Schadstoffe stößt der Zug jetzt nur noch Wasserdampf und Kondenswasser ab.

Der Zug mit Wasserstoff - Antrieb ist eine preiswerte Alternative zu Oberleitungen!

Der Zug fährt auch dort, wo es keine Oberleitungen gibt oder es sich finanziell nicht lohnt, welche zu bauen. Deshalb müssen Strecken nicht extra elektrifiziert werden. Der Wasserstoff-Zug ist deshalb eine umweltfreundliche und leisere Alternative zum Diesel.
Genau so wie bei den elektrischen Zügen hängt die Ökobilanz des Wasserstoff-Zuges jedoch davon ab, woher der Strom beziehungsweise der Wasserstoff kommt. Deshalb sollte der Wasserstoff mit erneuerbaren Energien hergestellt werden und nicht mit Erdgas oder Ethanol, weil dabei wieder Kohlendioxid entstehen würde. Der Hersteller Alstom bezieht den Wasserstoff aus Chemieanlagen, in denen er als Abfallprodukt bei der Herstellung anderer Produkte entsteht.

Doch was leistet der Wasserstoff-Zug?

Mit vollem Wasserstofftank könnte der Zug laut Hersteller 1000 Kilometer bei 140 km/ h fahren und dabei rund 300 Passagiere befördern. Er bietet sich deshalb für viele Kurzstrecken-Ziele mit engem Stationsnetz an.

Und wie teuer ist der Zug?

Alternativen zu Diesel- oder Oberleitungszügen sind teuer, weshalb es nicht überrascht, dass der Staat finanziell nachhilft. Der Bund finanziert den iLint mit 8,4 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen fördert die Anschaffung von insgesamt 14 Zügen mit 81,3 Millionen Euro. Die Tankstelle aber, wird wahrscheinlich noch mal 10 Millionen Euro mehr kosten...

Weitere Gastbeiträge

Neuester Inhalt

Immer informiert bleiben!

Jetzt für KOMMUNE.HEUTE anmelden und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.
 Ja, ich habe die Datenschutzerklärung verstanden und akzeptiere sie.*

Ja, ich möchte im Newsletter persönlich angesprochen werden! (optional)