Die Stadt Bonn
Die Stadt Bonn geht neue Wege bei der Corona-Bekämpfung.
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Corona-Bekämpfung

Stadt Bonn entwickelt Corona-App fürs Gesundheitsamt

Die Gesundheitsämter sind digital immer noch nicht gut aufgestellt. Dennoch müssen Coronafälle möglichst schnell erfasst und verwaltet werden. Die Stadt Bonn setzt jetzt auf eine eigene App für ihr Gesundheitsamt.

Die Gesundheitsämter sind in der Corona-Pandemie ganz besonders gefordert. Bekanntlich sind sie bislang bei der Digitalisierung aber nicht gut aufgestellt. Die Stadt Bonn hat nun die Initiative ergriffen und ein eigenes digitales Projekt gestartet, um den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes die Arbeit zu erleichtern: Die Stadt hat dafür mit Hilfe der Low-Code-Plattform Intrexx  eine eigene App entwickelt. Sie nennt sich „CovDi“. Das  ist die Abkürzug für„Covid Digital“. "Damit können die Mitarbeiter des Gesundheitsamts neue Fälle unkompliziert erfassen und effizient verwalten", wie es in einer Mitteilung heißt. Zudem erfülle „CovDi“ höchste Datenschutzstandards.

Bonner Corona-App ersetzt Papierakte

Auf Anfrage von KOMMUNAL sagte David Adler, der bei der Stadtverwaltung den Bereich E-Government leitet:  „Mit der App waren wir kurzfristig in der Lage, den Kolleginnen und Kollegen im Gesundheitsamt zu helfen. Mit CovDi können neue Fälle schnell und einfach erfasst werden und die Mitarbeitenden haben stets den aktuellen Überblick und Stand der Bearbeitung.“ Ein weiterer Vorteil: „Covdi bietet den Mitarbeitenden durch den Verzicht auf die Papierakte die Möglichkeit mobil zu arbeiten.“ Andere Kommunen, so Adler, hätten bereits Interesse an der App gezeigt.

Wie funktioniert die App?

Fälle und Kontaktpersonen können über eine simple Eingabemaske erfasst werden. Diese Daten werden  dann an „CovDi“ übermittelt und stehen  sofort allen Berechtigten zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung. Informationen wie etwa neue Symptome im Krankheitsverlauf, ein neues Testergebnis oder eine angeordnete Quarantäne können nachträglich ergänzt werden.

Die Mitarbeiter werden in der Datenbank schnell fündig. So erhalten Anrufern viel schneller Auskunft. Zudem hat das „Quarantäne-Team“ im Gesundheitsamt immer einen aktuellen Überblick über die Personen, für die eine Quarantäne angeordnet wurde. Details wie Symptome, Testergebnisse und amtliche Verfügungen sind über die App ablesbar. Ein sicheres Berechtigungssystem garantiere dabei, dass nur Befugte auf die sensiblen Daten Zugriff haben.

Stadt entwickelt Corona-App in vier Wochen

Die Stadt hat „CovDi“  komplett selbst entwickelt.  Ein fertiges Computerprogramm für diese Anforderung gab es  nicht. Vom ersten Planungsgespräch bis zum ersten Prototyp vergingen laut Mitteilung gerade einmal vier Wochen – weitere zwei Wochen später war die neue Applikation einsatzbereit.

Vorbild für andere Kommunen?

Mit Intrexx könnten auch im Nachhinein noch Änderungen und Optimierungen vorgenommen werden, ohne dass die laufenden Applikationen davon beeinträchtigt werden, so die Macher der App. Die Stadt Bonn führte auch eine „Multiimport-Funktion“ ein. Damit können Datensätze von ganzen Schulklassen oder anderen Gruppen  übernommen werden. Zudem wurde ein digitaler Dienstplan entwickelt, mit dem die Einsatzzeiten der Beschäftigten sechs Wochen im Voraus effizient und transparent geplant werden können.Um andere Stadtverwaltungen zu unterstützen, hat die Stadt Bonn ihre Eigenentwicklung auf der Code-Plattform GitHub über diesen Link frei zugänglich gemacht: https://github.com/OpenDataBonn/CovDi

Jena bringt eigene Corona-App

Eine eigene App hat auch die Stadt Jena entwickelt, wie KOMMUNAL bereits berichtete. Beide Apps dienen der Ergänzung zur Corona-App der Bundesregierung. Der Oberbürgermeister von Jena, Thomas Nitzsche  hofft, dass die App noch Ende des Monats starten kann. Entwickelt wird die Anwendung vom  Berliner Start Up Unternehmen nexenio, unterstützt von der Stadt Jena, den städtischen Unternehmen Jena Kultur und Jena Wirtschaft und der in Stuttgart gegründeten Band "Die Fantastischen Vier". 

Einsetzbar im Restaurant oder Fitness-Studio

Das System besteht aus einer App und einem analogen Schlüsselanhänger für Menschen ohne Smartphone.  Über einen QR-Code bekommt der Nutzer der App einen virtuellen Schlüssel auf sein Smartphone. Damit loggt er sich dann beim Restaurantbesuch oder im Fitness-Studio ein, wenn diese wieder geöffnet haben dürfen.

Statt seine Daten auf einen Zettel zu schreiben, übergibt der Nutzer der App dem Veranstalter oder Restaurantbetreiber einfach seinen Schlüssel wie in eine Box. Wie die App genau funktioniert und was Jena sich davon verspricht, lesen Sie hier: