Bürgermeisterwahlen 2026: In mehreren deutschen Kommunen wurde am 11. Oktober über die Rathausspitze entschieden. Während einige Amtsinhaber deutlich siegten, stehen andernorts noch spannende Stichwahlen bevor.
Bürgermeisterwahlen 2026: In mehreren deutschen Kommunen wurde am 11. Oktober über die Rathausspitze entschieden. Während einige Amtsinhaber deutlich siegten, stehen andernorts noch spannende Stichwahlen bevor.
© Symbolbild: KI-generiert (ChatGPT)

Überblick

Bürgermeisterwahlen 2026: Alle Ergebnisse – Sieger, Überraschungen und neue Stichwahlen

Acht Stimmen können eine Wahl entscheiden, manchmal reichen schon 43 Prozent zum Sieg. Die Bürgermeisterwahlen vom 11. Oktober zeigen, wie unterschiedlich Deutschland wählt. Alle Ergebnisse, Gewinner und kommenden Stichwahlen im Überblick.

Die Bürgermeisterwahlen am 11. Oktober 2026 haben in mehreren Bundesländern für neue Rathauschefs, bestätigte Amtsinhaber und spannende Stichwahlentscheidungen gesorgt. Besonders im Fokus stand Strausberg in Brandenburg. Dort ist nach einer für ungültig erklärten Wahl und einer erneuten Abstimmung nun endlich entschieden, wer künftig die Stadt führt. In Sachsen genügte einem Amtsinhaber dagegen ein Stimmenanteil von 43,1 Prozent, um im Rathaus zu bleiben. Und in Baden-Württemberg verpassten gleich mehrere Kandidaten die direkte Wahl.

Die Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich Bürgermeisterwahlen in Deutschland ablaufen. Während in manchen Bundesländern im zweiten Wahlgang die relative Mehrheit genügt, treten andernorts nur noch die beiden stärksten Bewerber gegeneinander an. Für die Bürger bedeutet das: Nicht überall wird nach denselben Regeln gewählt.

Bürgermeisterwahlen 2026: Alle Ergebnisse vom 11. Oktober

Von Brandenburg über Sachsen und Baden-Württemberg bis nach Mecklenburg-Vorpommern wurde am Sonntag über die Besetzung von Bürgermeisterämtern entschieden. Die folgende Übersicht zeigt die bislang recherchierten Ergebnisse einschließlich der Wahlbeteiligung, soweit verfügbar.

Bundesland und Kommune

Ergebnis

Wahlbeteiligung

Brandenburg: Strausberg

Annette Binder 64,9 %, Robert Krause 35,1 %

36,0 %

Brandenburg: Schönwalde-Glien

Yvonne Hartley (SPD) 62,9 %, Sven Kraatz 37,1 %

55,2 %

Brandenburg: Schwielowsee

Matthias Schmieder (CDU) 34,3 %, Heiko Mutz 29,1 %, Nadine Stephan 26,8 %, Dirk Hünerson 9,8 %. Zweiter Wahlgang folgt.

58,5 %

Sachsen: Bad Muskau

Thomas Krahl (CDU) 43,1 %, Peggy Gneist 28,3 %, Frank Budszuhn 20,3 %, Mirko Bartell 8,3 %

53,6 %

Baden-Württemberg: Aspach

Sabine Welte-Hauff 59,3 %, Vatan Ukaj 40,7 %

53,4 %

Baden-Württemberg: Gechingen

Miguel Pires Marques 36,1 %, Barbara Smith 25,6 %, Alexander Korherr 23,2 %, Madeleine Seydt 14,9 %. Stichwahl folgt.

66,8 %

Baden-Württemberg: Wört

Sabrina Häbich 89,35 %

48,86 %

Mecklenburg-Vorpommern: Langen Brütz

Heike Weigel-Pille 64,32 %, Sven Arndt 35,68 %

58,84 %

Mecklenburg-Vorpommern: Wardow

Stichwahl zwischen Johannes Warda und Günter Schink; Ergebnis noch nicht bestätigt.

Noch offen

Die fett hervorgehobenen Kandidaten haben die jeweilige Wahl gewonnen. In Schwielowsee und Gechingen steht die Entscheidung noch aus.

Strausberg: Nach Wahlchaos steht die neue Bürgermeisterin fest

In Strausberg ist eine ungewöhnliche Wahlgeschichte zu Ende gegangen. Nachdem eine frühere Bürgermeisterwahl für ungültig erklärt worden war, mussten die Bürger erneut an die Wahlurne. Am 20. September fand die Wiederholungswahl statt, am 11. Oktober folgte die entscheidende Stichwahl.

Annette Binder setzte sich mit 64,9 Prozent gegen Robert Krause durch, der 35,1 Prozent erreichte. Binder war als parteilose Bewerberin angetreten, Krause ist FDP-Mitglied und kandidierte als Einzelbewerber.

Auffällig ist allerdings die geringe Wahlbeteiligung. Nur 36 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten sich an der Entscheidung. Beim ersten Wahlgang am 20. September waren es noch 47,9 Prozent gewesen. Innerhalb von drei Wochen sank die Beteiligung damit um 11,9 Prozentpunkte.

Die Stadt hat damit zwar eine neue Bürgermeisterin gewählt. Die Zahlen werfen aber zugleich die Frage auf, wie viele Bürger sich nach einem langwierigen Wahlverfahren überhaupt noch für den Gang zur Wahlurne mobilisieren lassen.

Bad Muskau: Bürgermeister gewinnt mit nur 43,1 Prozent

Ein bemerkenswertes Ergebnis kommt aus dem sächsischen Bad Muskau. Dort bleibt Thomas Krahl Bürgermeister, obwohl er im entscheidenden zweiten Wahlgang lediglich 43,1 Prozent der Stimmen erhielt.

Auf Peggy Gneist entfielen 28,3 Prozent, auf Frank Budszuhn 20,3 Prozent und auf Mirko Bartell 8,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,6 Prozent.

Möglich ist ein solches Ergebnis durch das sächsische Kommunalwahlrecht. Anders als bei einer klassischen Stichwahl zwischen zwei Bewerbern können im zweiten Wahlgang mehrere Kandidaten antreten. Gewählt ist dann der Bewerber mit den meisten gültigen Stimmen. Eine absolute Mehrheit ist nicht mehr erforderlich.

Schönwalde-Glien: Yvonne Hartley gewinnt Bürgermeisterwahl deutlich

In Schönwalde-Glien in Brandenburg ist die Nachfolge des langjährigen Bürgermeisters Bodo Oehme entschieden. Yvonne Hartley gewann die Stichwahl mit 62,9 Prozent gegen den parteilosen Sven Kraatz, der 37,1 Prozent erreichte.

Die Wahlbeteiligung lag bei 55,2 Prozent und damit deutlich über dem Wert von Strausberg.

Bürgermeisterwahl in Gechingen: Nur 46 Stimmen entscheiden über die Stichwahl

Besonders spannend verlief die Bürgermeisterwahl in Gechingen im Landkreis Calw. Vier Kandidaten bewarben sich um das Amt, doch keiner erreichte im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit.

Miguel Pires Marques lag mit 36,1 Prozent vorn. Dahinter folgten Barbara Smith mit 25,6 Prozent und Alexander Korherr mit 23,2 Prozent. Madeleine Seydt kam auf 14,9 Prozent.

Die Besonderheit: Zwischen Smith und Korherr lagen lediglich 46 Stimmen. Dieser knappe Abstand entscheidet darüber, wer noch eine Chance auf das Bürgermeisteramt hat.

Denn nach dem baden-württembergischen Kommunalwahlrecht treten im zweiten Wahlgang nur die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen gegeneinander an. Am 25. Oktober kommt es deshalb zur Stichwahl zwischen Pires Marques und Smith.

Mit 66,8 Prozent war die Wahlbeteiligung in Gechingen zudem die höchste unter den hier erfassten Wahlen vom 11. Oktober.

Schwielowsee: Vier Bewerber und noch kein Bürgermeister

Auch in Schwielowsee in Brandenburg fiel am Sonntag noch keine endgültige Entscheidung.

Matthias Schmieder erhielt 34,3 Prozent der Stimmen. Auf Heiko Mutz von der Wählergruppe Wir für Schwielowsee entfielen 29,1 Prozent. Nadine Stephan erreichte 26,8 Prozent und Dirk Hünerson 9,8 Prozent.

Damit treten Schmieder und Mutz am 8. November 2026 in der Stichwahl gegeneinander an.

Interessant ist die Ausgangslage: Der Vorsprung des Erstplatzierten beträgt nur 5,2 Prozentpunkte. Die Stimmen der ausgeschiedenen Kandidaten können deshalb für die Stichwahl entscheidend werden.

Aspach, Wört und Langen Brütz: Klare Entscheidungen

Deutlich weniger spannend verliefen einige andere Bürgermeisterwahlen.

In Aspach im Rems-Murr-Kreis wurde Amtsinhaberin Sabine Welte-Hauff mit 59,3 Prozent wiedergewählt. Ihr Herausforderer Vatan Ukaj erreichte 40,7 Prozent. 

In Wört im Ostalbkreis fiel das Ergebnis besonders deutlich aus: Sabrina Häbich erreichte 89,35 Prozent der Stimmen und wird Nachfolgerin von Bürgermeister Thomas Saur. Sie war die einzige offizielle Bewerberin. 

Auch in Mecklenburg-Vorpommern fiel eine klare Entscheidung. In Langen Brütz gewann Heike Weigel-Pille die Stichwahl mit 64,32 Prozent gegen Sven Arndt, der 35,68 Prozent erhielt. 58,84 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten sich.

Für Wardow, wo Johannes Warda und Günter Schink in einer Stichwahl gegeneinander antraten, lag zunächst noch kein ausreichend bestätigtes Endergebnis vor.

Wahlbeteiligung bei Bürgermeisterwahlen: Zwischen 36 und fast 67 Prozent

Die Ergebnisse vom 11. Oktober zeigen erhebliche Unterschiede bei der Beteiligung an kommunalen Direktwahlen.

In Strausberg gingen lediglich 36 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl. In Gechingen waren es dagegen 66,8 Prozent. Dazwischen liegen mehr als 30 Prozentpunkte.

Für die kommunale Demokratie ist das eine bemerkenswerte Spannweite. Denn Bürgermeister sind in vielen Bundesländern nicht nur politische Repräsentanten, sondern zugleich Leiter der Verwaltung. Sie verantworten Haushalte, Personal und wichtige Entscheidungen über die Entwicklung ihrer Städte und Gemeinden.

Wie viele Bürger sich an ihrer Wahl beteiligen, ist deshalb mehr als eine statistische Randnotiz.

Allerdings sind die Zahlen nur eingeschränkt vergleichbar: In einigen Kommunen handelte es sich um erste Wahlgänge, in anderen um Stichwahlen. Auch die örtlichen politischen Konstellationen unterscheiden sich erheblich.

Nächste Stichwahlen 2026: Diese Termine stehen fest

Auch nach dem Wahlsonntag vom 11. Oktober sind noch nicht alle Entscheidungen gefallen.

Am 25. Oktober 2026 wählen die Bürger in Gechingen zwischen Miguel Pires Marques und Barbara Smith. Am selben Tag steht auch in Ettenheim in Baden-Württemberg der zweite Wahlgang zwischen Alexander Ruchti und Dominik Eble an. Dort hatte Ruchti am 4. Oktober mit 47,7 Prozent die absolute Mehrheit knapp verpasst.

Am 8. November 2026 folgt die Stichwahl in Schwielowsee zwischen Matthias Schmieder und Heiko Mutz.

Damit bleiben weitere spannende Bürgermeisterentscheidungen offen. KOMMUNAL wird über die Ergebnisse berichten.