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Wie die Schweiz schnell über Asyl entscheidet

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung empfiehlt Deutschland, nach dem Vorbild der Schweiz die Asylverfahren zu beschleunigen. Dort werden schnelle Ausreisen finanziell gefördert.

Der Antragsstau wird immer größer: Waren im Dezember vergangenen Jahres noch 365.000 Asylverfahren unbearbeitet, warteten Ende Februar schon mehr als 393.000 Asylbewerber auf die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) über ihren Schutzstatus. Eine Studie Studie_IB_Impulse_fuer_das_Asylverfahren_2016 empfiehlt, von der Schweiz zu lernen - und die Asylbewerber in Fälle mit geringen und hohen Erfolgaussichten aufzuteilen. Damit könne die Verfahrensdauer beschleunigt werden. In der Schweiz werden die Anträge der Asylbewerber vom Westbalkan und aus afrikanischen Ländern wie Marokko und Nigeria im sogenannten „48-Stunden-Verfahren“ bearbeitet. Dietrich Thränhardt, Autor der Studie, schreibt: „Die Schnelligkeit der Verfahren hat dazu geführt, dass Menschen aus diesen Ländern nur noch wenige Anträge stellen.“ Von Anfang an werde wenig aussichtsreichen Bewerbern finanzielle Hilfe zur Ausreise angeboten, um damit im Herkunftsland eine neue Lebensgrundlage schaffen zu können. Je schneller der Asylbewerber ausreist, desto höher sind die gewährten Zuschüsse. „Schnelle, gute und effektiv organisierte Verfahren helfen allen Beteiligten. Sie ermöglichen anerkannten Flüchtlingen einen raschen Neuanfang, tragen zur Akzeptanz in der Aufnahmegesellschaft bei und reduzieren die Kosten für die Unterbringung“, so Thränhardt. Deutschland versucht, die bisher im Schnitt mehr als fünf Monate langen Asylverfahren zu beschleunigen, indem mehr Staaten zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt werden. Außerdem wurden erste „Ankunftszentren“ mit beschleunigten Asylverfahren in Heidelberg, Bad Fallingbostel, Lebach, Dresden, Leipzig, Trier, Bamberg und Manching eröffnet. Hier die vollständige Studie zu schnelleren Asylverfahren lesen.

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