20. Juni 2016 | Von: Christian Erhardt-Maciejewski

EXKLUSIV

Hasswelle gegen Deutschlands Kommunalpolitiker

Fast jeder zweite deutsche Bürgermeister musste wegen seiner Flüchtlingspolitik schon Beschimpfungen erdulden. KOMMUNAL-Exklusiv-Umfrage zur Hasswelle unter 1000 Bürgermeistern

Deutschlands haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in den Kommunen werden seit Monaten von einer Hasswelle überrollt. In fast jeder zweiten deutschen Kommunen (47 Prozent) wurden Bürgermeister, Mitarbeiter oder Gemeinderäte im Zusammenhang mit ihrer Flüchtlingspolitik bereits persönlich beschimpft oder beleidigt. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Umfrage des Magazins KOMMUNAL unter 1000 deutschen Bürgermeistern. Das Spektrum reicht dabei von Verunglimpfungen und beleidigenden Mails über Schmierereien an Hauswänden bis hin zu toten Ratten vor der Haustür. Persönliche körperliche Angriffe sind bisher aber die Ausnahme (6 Prozent, davon die Hälfte im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik).

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Trotz Hasswelle – Bürgermeister bleiben optimistisch

Gleichzeitig sind Deutschlands Bürgermeister laut der KOMMUNAL-Umfrage in der Flüchtlingspolitik weiterhin optimistisch. Lediglich 14 Prozent der Kommunen sehen sich aktuell überfordert. Mehr als die Hälft der deutschen Bürgermeister ist sich aber sicher, dass ihre Gemeinde an ihre Grenzen stoßen wird, wenn der Flüchtlingsstrom auf dem Niveau des Jahres 2015 bleibt. Ein knappes Drittel macht sich keine Sorgen.

Bund und Land tragen die Hauptschuld

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Verantwortlich für die Situation vor Ort machen die Bürgermeister vor allem den Bund. 52 Prozent der befragten Bürgermeister fühlen sich von der Bundesregierung im Stich gelassen. Auch die Landesregierungen werden nach Meinung von fast 40 Prozent ihrer Verantwortung nicht gerecht. Die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Landkreisen hingegen wird von der großen Mehrheit der Bürgermeister als „gut“ bezeichnet.

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Umfrage_05 Kommunen allein gelassen

Hintergrund: KOMMUNAL befragte im Zeitraum vom 30. Mai bis zum 3. Juni 1000 deutsche Bürgermeister in Städten mit mindestens 10.000 Einwohnern und maximal 80.000 Einwohnern.