Webinar-Reihe Sicherheit um 6 soll Kommunen helfen krisenfit zu werden

Sicherheit um 6

Nach Anschlägen auf Stromnetze: So werden Kommunen fit für den Krisenfall

Nicht zuletzt durch die Anschläge auf die Stromversorgung in Berlin und Reutlingen in diesem Jahr wurde deutlich: Um einen mehrtägigen Stromausfall managen zu können, müssen Städte und Gemeinden gut vorbereitet sein. KOMMUNAL hat deshalb die Webinarreihe „Sicherheit um 6“ gestartet – mit Expertinnen und Experten aus der Praxis, konkreten Lösungen und einem straffen Format für die Rathäuser. Das sind die nächsten Termine.

Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin-Lichterfelde legte am 3. Januar das Stromnetz im Südwesten der Hauptstadt lahm. Rund 100.000 Menschen waren betroffen. Vier Tage dauerte es, bis der Strom am Abend des 7. Januar in allen Haushalten wieder floss. Es war der längste Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. Eine Situation, auf die der Katastrophenschutz der Stadt nicht ausreichend vorbereitet war.

Dass Berlin kein Einzelfall bleibt, zeigte sich im Juni: Ein mutmaßlicher Brandanschlag auf das Umspannwerk Reutlingen-West legte die Stromversorgung für rund 30.000 Menschen lahm – teils bis in den Abend. Nachts brannten Transformatoren im Umspannwerk. In der Spitze waren rund 20.000 Haushalte ohne Strom. Noch Stunden später waren etwa 7.600 Haushalte bzw. rund 30.000 Menschen betroffen – teils bis in den Abend. Der Verdacht lautet auf vorsätzliche Brandlegung und Störung öffentlicher Betriebe. 

Was der Berliner Stromausfall offengelegt hat

In Berlin waren neben Privathaushalten auch Pflegeheime, Krankenhäuser und 205 Arztpraxen betroffen. 15 Schulen blieben eine Woche lang geschlossen. Über 45.000 Haushalte blieben tagelang ohne Strom und Heizung. Zu Beginn der Krise war auch der Mobilfunkempfang stark beeinträchtigt. Die Krisenkommunikation des Berliner Senats versagte – und das mitten im Winter, bei Temperaturen unter null Grad.

Der Berliner Blackout verdeutlicht, wie wichtig kommunale Resilienz und Krisenvorsorge sind. Der Staat ist auf allen Ebenen gefordert, Resilienz zu stärken und im Krisenfall Handlungsfähigkeit zu demonstrieren, verlässlich zu kommunizieren und Hilfemöglichkeiten aufzuzeigen. Genau hier setzt KOMMUNAL an.

Webinar-Reihe „Sicherheit um 6“: Praxiswissen für den Ernstfall

Unter dem Titel „Sicherheit um 6“ bietet KOMMUNAL seit März eine monatliche Webinar-Reihe, die Kommunalpolitikerinnen, Bürgermeister, Verwaltungsführungen und Katastrophenschutzbeauftragte mit praxisnahem Wissen ausstattet. Das Format ist bewusst kompakt: jeweils um 18:00 Uhr, ein klares Thema.

Den Auftakt machte im März Bernhard Lücke mit „100 Stunden Blackout – die wichtigsten Learnings für die Kommunalpolitik", einer Analyse der Berliner Ereignisse. Im April zeigte der Blackout- und Krisenvorsorgeexperte Herbert Saurugg, wie Kommunen nach dem Paretoprinzip mit 20 Prozent des Aufwands 80 Prozent Krisenfestigkeit erreichen – und wie eine wirkungsvolle Risikoanalyse konkret aussieht. Im Mai zeigten Thomas Falk, Katastrophenschutzbeauftragter im Bezirksamt Treptow-Köpenick in Berlin, und Franz-Reinhard Habbel, Publizist und ehemaliger Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, wie gute Krisenkommunikation funktioniert. Die Reihe wird bis in den November fortgesetzt. Das sind die nächsten Termine:

Webinar im August: Krisenvorsorge und resiliente Netzwerke in Kommunen

Mittwoch, 19. August 2026, 18:00 bis 19:30 Uhr

Wie können sich Kommunen auf Krisen vorbereiten, belastbare Netzwerke aufbauen und damit langfristig die Resilienz der kommunalen Gemeinschaft auch im Alltag stärken? In diesem Webinar erfahren Sie, wie Sie die Krisenfestigkeit Ihrer Kommune entwickeln, anpassen und stärken.

Nach einem Impuls von Axel Düker zur Frage, wie das Thema Resilienz in den Kommunen verankert ist, zeigen Albrecht Broemme und Thorsten Herrmann, welchen Nutzen kommunale Netzwerkarbeit hat – getreu dem Motto: In der Krise Köpfe kennen.

Was Sie in diesem Webinar erfahren:

  • Identifikation und Einbindung relevanter Akteure der Kritischen Infrastruktur („Krisen Köpfe Kennen") bereits vor Eintritt einer Krise
  • Aufbau tragfähiger Netzwerke, zum Beispiel durch einen „Runden Tisch KRITIS"
  • Strukturierter Aufbau und kontinuierliche Weiterentwicklung eines wirksamen Risiko- und Notfallmanagements (inklusive PDCA-Zyklus und Krisenübungen)
  • Entwicklung unabhängiger Informations- und Kommunikationssysteme, die sich flexibel an unterschiedliche Krisenszenarien anpassen lassen

Die Referenten: Albrecht Broemme ist Experte für Katastrophenschutz und leitete früher die Berliner Feuerwehr. Axel Düker, Bürgermeister a. D. und Manager der Habbel GmbH, bringt Erfahrung im Aufbau eines Krisenstabes, in der Erstellung von Alarmplänen sowie aus einer Steuerungsgruppe der Region Hannover für die Gefahrenabwehr bei ABC-Lagen mit. Thorsten Herrmann, ebenfalls Bürgermeister a. D., war Veranstaltungsleiter von Großveranstaltungen, arbeitete in deren Krisenstäben mit und ist Mitglied im Innovators Club des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

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Webinar im September: Die Verantwortung der Verwaltungsspitze

Dienstag, 1. September 2026, 18:00 bis 19:00 Uhr

Krisenmanagement gehört zu den Bereichen, in denen Verwaltungshandeln nur sehr begrenzt delegiert werden kann – und „learning by doing" kann in diesem Bereich der Daseinsvorsorge fatal sein. Kann man sich auf das Unvorhersehbare vorbereiten? Wer sind die Akteure? Wer trifft in der Krise oder Katastrophe die Entscheidungen und wer trägt die Verantwortung?

Was Sie in diesem Webinar erfahren:

  • Struktur der Gefahrenabwehr
  • Best Practices für das Krisenmanagement
  • Verwaltungsstab: Struktur, Funktion und Verantwortung

Das Webinar richtet sich insbesondere an (Ober-)Bürgermeisterinnen und (Ober-)Bürgermeister, Landrätinnen und Landräte sowie Abteilungsleitungen in den Kommunen.

Der Referent: Benno Fritzen ist Leitender Branddirektor i. R., leitet das Referat „Bevölkerungsschutz" der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb), ist Vorsitzender des Fachbereichsausschusses „Sicherheit und Schutz des Gemeinwesens" beim DIN und Verbindungsperson des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

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Webinar im November: Sicher durch die Krise – Prozessmanagement in der Praxis

Mittwoch, 4. November 2026, 18:00 bis 19:00 Uhr

Erfolgreiche Krisenbewältigung erfordert eine Harmonisierung von technischer, organisatorischer und sozialer Resilienz. Diese Aufgabe setzt eine wirksame Prozesssteuerung im Ablauf einer Krise voraus. Dabei geht es um den zeitgerechten Einsatz von Schutzmaßnahmen (technische Resilienz), die der jeweiligen Krisenlage entsprechende organisatorische Betreuung durch Behörden und Zivilschutz (organisatorische Resilienz) und die Befähigung der betroffenen Menschen, ihr Verhalten an die Notlage anzupassen (soziale Resilienz). All das wird konzeptionell vorgestellt und an Beispielen verdeutlicht.

Was Sie in diesem Webinar erfahren:

  • Übersicht über Resilienz-Konzepte in der Krisenbewältigung
  • Herausforderungen bei der Prozesssteuerung in Krisensituationen
  • Fallbeispiele aus der Praxis
  • Erfolgreiche Krisenkommunikation
  • Zusammenarbeit von Behörden, Zivilgesellschaft und sozialen Gemeinschaften

Das Webinar richtet sich an Mitglieder und Mitarbeitende von Krisenstäben, kommunale Planungsbehörden, Verantwortliche für Prozesssteuerung und Krisenkommunikation sowie Gemeinderatsmitglieder mit Schwerpunkt Krisenmanagement.

Der Referent: Prof. Dr. Ortwin Renn ist emeritierter Professor für Technik- und Umweltsoziologie an der Universität Stuttgart und war Direktor des Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam. Er ist Wissenschaftlicher Direktor der gemeinnützigen DIALOGIK GmbH, ehemaliger Präsident der Internationalen Gesellschaft für Risikoanalyse und Delegierter der UN-basierten Expertengruppe Accelerated Systemic Risk Assessment (ASRA).

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Katastrophenschutz zum Anfassen: Barcamp auf dem Forum KOMMUNAL

Die Webinar-Reihe wird durch zwei Präsenzformate ergänzt. Auf dem Forum KOMMUNAL findet am 27. August ab 12:00 Uhr das erste KOMMUNAL-Barcamp statt – unter der Leitfrage: Wie bereiten wir unsere Kommunen auf die nächste Krise vor?

So funktioniert das Barcamp: In einer 20-minütigen Einführung wird Moderator Franz-Reinhard Habbel an das Format heranführen. AAlle Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihre eigenen Interessensschwerpunkte und Fragen platzieren – etwa: Welche Tools können in der Krise helfen? Wie funktioniert eine Risikoanalyse? Wie erstellt man einen Alarmplan?

Aus den Beiträgen bildet der Moderator vier zueinander passende Themencluster. In der Gruppenphase nehmen sich vier Expertinnen und Experten auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes jeweils einem Cluster an – die Teilnehmenden entscheiden selbst, in welcher Gruppe sie diskutieren möchten. Gemeinsam werden Erfahrungen ausgetauscht, Wissen geteilt und Maßnahmen für die praktische Umsetzung erarbeitet. Zum Schluss werden die Ergebnisse vorgestellt.

Als Barcamp-Expertinnen und -Experten sind unter anderem dabei: Prof. Dr. Michèle Knodt, Politikwissenschaftlerin an der TU Darmstadt, Direktorin des Anwendungs- und Transferzentrums Digital Resilience Xchange und stellvertretende Koordinatorin im LOEWE-Zentrum emergenCITY, sowie Benno Fritzen, Leiter des Referates „Bevölkerungsschutz" der vfdb.

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Und auf der Messe KOMMUNAL geht es weiter

Am 18. November steht auf der Messe KOMMUNAL eine Stunde im Zeichen des Katastrophenschutzes: Dort werden die Ergebnisse des Barcamps vom Forum KOMMUNAL vorgestellt. Und eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde greift die wichtigsten Punkte aus der Webinar-Reihe „Sicherheit um 6“ auf.

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