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Was bei Massenmails im Rathaus passieren kann
Was bei Massenmails im Rathaus passieren kann
© 123rf

Massenmails legen Rathaus lahm

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
27. März 2019
Im Hamburger Rathaus ging am Dienstag gar nichts mehr. Tausende Mitarbeiter konnten nicht mehr auf ihr Mailpostfach zugreifen, der Server war komplett lahmgelegt. Schuld war eine E-Mail einer Administratorin.

Eigentlich ist es Routine. Eine Mitarbeiterin im Hamburger Rathaus hat Änderungen am Mail-Server vorgenommen. Rein technischer Natur, ein Art Update. Diese Information verschickte sie aber anschließend, ohne es selbst zu merken, versehentlich an alle Kontakte der Freien und Hansestadt Hamburg, wie die Hamburger Morgenpost heute berichtet. 65.000 Mitarbeiter in allen Behörden, Bezirksämtern u.s.w. bekamen also eine E-Mail mit dem Hinweis, dass es Änderungen gab.

Auch das wäre noch nicht so dramatisch, ist so eine Mail doch schnell verschickt und eigentlich auch schnell wieder gelöscht. Das Problem jedoch: Zahlreiche Mitarbeiter waren verwundert, reagierten mit einer Antwort-Mail auf die für sie komische E-Mail. Teils mit Rückfragen, was genau sich für sie ändere, andere waren einfach genervt von der "Technik-Mail" und baten, aus dem Verteiler genommen zu werden. Und genau hier beginnt das Chaos endgültig: Auch diese Antwort - Mails mit Rückfragen, Bitten um Löschung u.s.w. gingen jeweils wieder an alle 65.000 Mitarbeiter. Und auch auf die Antworten schickten Mitarbeiter wieder Antworten, vermeintlich an den jeweiligen Kollegen - nur landete wieder alles bei allen Kollegen. Die Zahl der Mails ging innerhalb weniger Minuten in die Millionen. Die Postfächer verstopften, was wieder Fragen wie "Was soll das" oder "hört auf zu Antworten" und vieles mehr provozierte. 

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Nach weniger als einer Stunde hieß es aus nahezu allen Behörden: "Hier geht gar nichts mehr". Denn eine solche Anzahl von Mails konnte der Server der Stadt nicht verkraften, ein riesiger Datenstau entstand". Mails kamen irgendwann gar nicht mehr an. 

Gegen 14 Uhr zogen die Administratoren ob der Massenmails dann den Daten-Stecker, um das Chaos zu beseitigen. Es dauerte aber immerhin rund 2 Stunden, bis alle Server wieder hochgefahren waren, die Massenmails gelöscht waren und die Mailprogramme wieder sauber funktionierten. Pünktlich zum Feierabend also... 

Massenmails  sind leider keine Seltenheit 

Es sind meist große Unternehmen, in denen Funktionen wie "Allen Antworten" Probleme machen. in den USA traf es im Jahr 2016 sogar ein riesiges Bankhaus. 90.000 Mitarbeiter bekamen eine interne E-Mail der Bank, jede Nachfrage, jede Antwort landete wieder bei allen. Der Bearbeitungsstau damals: über 4 Millionen Mails. Das Problem dort: Auch _Buchungen waren betroffen, die müssen eigentlich innerhalb einer Stunde abgearbeitet werden - gingen in der Flut aber unter. 

So bleibt uns nur der Tipp: Manchmal einfach nicht auf "komische" Mails reagieren und vor allem: Achten Sie immer darauf, WEM Sie die Mail schicken. "Allen Antworten" ist nicht immer eine gute Idee! 

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