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  3. Welle von Bombendrohungen geht weiter
Wieder eine Welle von Bombendrohungen gegen öffentliche Gebäude in zahlreichen deutschen Städten
Wieder eine Welle von Bombendrohungen gegen öffentliche Gebäude in zahlreichen deutschen Städten

Rathäuser und Gerichte betroffen

Welle von Bombendrohungen geht weiter

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
7. Juli 2020
Lübeck, Erfurt,Mainz, Chemnitz, Wolfsburg, Baden-Baden... - die Liste der Orte, in denen in diesen Tagen Bombendrohungen eingehen, wird immer länger. Dabei scheint es ein Muster zu geben. Nicht unwahrscheinlich, dass die Täter seit über einem Jahr immer die selben sind. Ein Überblick, was wir bisher sicher wissen:

Mainz, Landgericht und Amtsgericht am frühen Morgen, gegen 07.30 Uhr. In einer E-Mail befindet sich eine Bombendrohung - Unbekannte kündigen für den Vormittag eine Explosion an. Die Gerichte werden geräumt, die umliegenden Straßen weiträumig abgesperrt. Nach einer stundenlangen Durchsuchung gibt die Polizei Entwarnung. 

twitter

Es sollte an diesem Morgen einmal mehr nicht die einzige Bombendrohung in Deutschland bleiben. Nahezu zeitgleich genau das gleiche Bild beim Amtsgericht in Chemnitz. Die nahezu gleiche Mail auch in Wolfsburg. Das Gebäude und Teile der Innenstadt werden gesperrt. Spürhunde suchen nach verdächtigen Gegenständen. 

Ein ähnliches Bild in Baden-Baden. Auch hier gibt die Polizei gegen 11 Uhr Entwarnung - es seien keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr gefunden worden. Auslöser des Großeinsatzes auch hier: eine Mail mit "drohendem Wortlaut". Auch Essen und Bochum melden ähnliche E-Mails. 

Im hessischen Hanau war das Gebäude einer Bundesagentur für Arbeit betroffen. Auch hier waren Spürhunde im Einsatz. Gefunden haben sie nichts.

Auffällig bei allen Taten auch heute ist: Es handelt sich immer um Gebäude des öffentlichen Dienstes. Erst am Freitag hatte es eine Serie von Bombendrohungen auf zahlreiche Rathäuser in Deutschland gegeben. KOMMUNAL hatte am Freitag ausführlich berichtet.

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Die Fälle erinnern auch an Vorgänge im März vergangenen Jahres. Damals gab es zeitgleich Bombendrohungen auf gleich sechs Rathäuser. Es waren damals die Rathäuser in Augsburg, Kaiserslautern, Chemnitz, Göttingen, Neunkirchen sowie Rendsburg betroffen. Auch damals gingen die Bombendrohungen per Mail ein. KOMMUNAL hatte damals ebenfalls tagesaktuell berichtet. 

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Das sind die Gemeinsamkeiten bei den Bombendrohungen 

Im April vergangenen Jahres nahm die Polizei dann einen Mann aus Schleswig-Holstein fest. Er soll mehrere der Bombendrohungen begangen haben. Allerdings gingen nach seiner Festnahme wieder Bombendrohungen gegen Rathäuser ein. Das war im April vergangenen Jahres. In der Mail drohte eine - nach eigenen Angaben - Gruppe mit der Entstehung einer neuen Terrorgruppe. Danach jedoch wurde es ruhig um die angebliche Gruppe. Das änderte sich Anfang diesen Jahres wieder. Im Januar erhielten Landgerichte in Hannover, Wiesbaden, Potsdam, Magdeburg, Kiel und Erfurt entsprechenden Bombendrohungen. Immer per Mail. Bis heute ist unklar, ob es wirklich jedes Mal die gleichen Täter sind. In diesem Jahr gab es bisher noch keine Bekennerschreiben oder Ankündigungen etwa in Sachen "Terrorgruppe". Und auch heute wollte die Polizei den Zusammenhang zwar nicht ausschließen. Trotzdem ermittle man in alle Richtungen, so ein Sprecher gegenüber KOMMUNAL. 

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