Kommunen in Thüringen sind für Schulden selbst verantwortlich

15. Oktober 2014
Eine von den Grünen beauftragte Wissenschaftlerin kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass die Schuldenberge vieler Kommunen selbst aufgehäuft wurden. Nicht rentable Wohnungssanierungen und aufgeblähte Verwaltungsapparate hätten zur aktuellen Misere geführt.

Viele Kommunen haben sich übernommen

Der Grund: Viele Gemeinden hätten sich bei der Sanierung von Wohnungen oder der Erschließung von Wohnblöcken komplett verkalkuliert. Vor allem in der Nachwendezeit hätten viele Kommunen im Land sich an zu großen Projekten verhoben und sich finanziell übernommen. Einige hätten Gewerbegebiete erschlossen, deren Flächen nicht verkauft worden seien.
Andere hätten in Sportanlagen oder Schlösser investiert, ohne dass diese Immobilien in der Folgezeit so genutzt worden seien wie geplant. Ein weiteres Problem: Überflüssige Mitarbeiter, die keine Aufgaben hätten, aber Geld kosten.

Die Verantwortlichen wissen um ihre Fehler

In Auftrag gegeben wurde die Studie von den Thüringer Grünen. Untersucht wurde die Lage in den 30 am höchsten verschuldeten Gemeinden und kreisangehörigen Städten. Die Medienwissenschaftlerin Beatrice Sauerbrey sprach auch mit Verantwortlichen in den Kommunen. Diesen seien ihre Fehler durchaus bewusst, sagt die Autorin.
Die am höchsten verschuldete Gemeinde inThüringen ist der Studie zufolge Obermehler im Unstrut-Hainich-Kreis. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag dort 2013 bei 6500 Euro. Der Thüringen-Durchschnitt einer Gemeinde lag zum damaligen Zeitpunkt bei 1034 Euro.

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