RPA in der Verwaltung: Routinen automatisieren, Freiräume für das Wesentliche schaffen

30. September 2026
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In Kommunalverwaltungen wird täglich wertvolle Arbeitszeit für Tätigkeiten eingesetzt, die notwendig sind, aber kaum Gestaltungsspielraum bieten: Daten werden übertragen, Dokumente konvertiert, Eingänge geprüft. Gerade angesichts knapper Personalressourcen stellt sich deshalb die Frage: Welche Aufgaben müssen tatsächlich von Menschen erledigt werden – und welche können automatisiert werden?

Robotic Process Automation, kurz RPA, bietet dafür einen pragmatischen Ansatz. Software-Roboter übernehmen regelbasierte, wiederkehrende Teilprozesse und führen sie zuverlässig aus. Sie entlasten Beschäftigte von Routinetätigkeiten und schaffen Freiräume für Aufgaben, bei denen Fachwissen, Kommunikation und persönliche Interaktion gefragt sind.

Doch RPA ist weder Selbstzweck noch ein reines IT-Projekt. Nicht jeder Prozess eignet sich für die Automatisierung. Besonders geeignet sind standardisierte, regelbasierte Prozesse mit hohen Fallzahlen, strukturierten digitalen Daten und stabilen Abläufen. Vor dem Einsatz eines Software-Roboters sollte zudem geprüft werden, ob eine organisatorische Prozessverbesserung oder eine andere technische Lösung sinnvoller ist. Denn einen ineffizienten Prozess lediglich zu automatisieren, macht ihn nicht automatisch besser.

Auch ein erfolgreicher Pilot allein reicht nicht aus. Soll RPA organisationsweit Wirkung entfalten, braucht es klare Verantwortlichkeiten, gemeinsame Standards und die Unterstützung der Verwaltungsleitung. Fachbereiche, Organisation und IT müssen von Beginn an zusammenarbeiten.

Genau hier setzt die neue KGSt - Publikation 11/2026 „Robotic Process Automation – Prozessautomatisierung wirksam einführen und skalieren“ an. Zwei ineinandergreifende Lebenszyklen geben Orientierung: Der strategische Lebenszyklus beschreibt die Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen RPA-Einsatz, der operative Lebenszyklus die Umsetzung einzelner Automatisierungsvorhaben. Praxisbeispiele aus 14 Kommunen zeigen, wie der Weg vom ersten Pilotprojekt bis zur organisationsweiten Skalierung gelingen kann.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Wo können wir einen Software-Roboter einsetzen? Sondern: Wo schafft Automatisierung einen konkreten Mehrwert für Beschäftigte, Verwaltung und die Menschen vor Ort?

So wird RPA vom technischen Werkzeug zu einem Baustein moderner Verwaltungsarbeit.

Matthias Hörmeyer

Matthias.Hoermeyer@Kgst.de

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