illegal abgelegter Müll sorgt in fast allen Kommunen für Probleme - moderne Technik soll helfen
illegal abgelegter Müll sorgt in fast allen Kommunen für Probleme - moderne Technik soll helfen

Test in 4 Kommunen

Per App gegen illegalen Müll

Die Vermüllung ist nahezu in allen Kommunen ein Problem. Da werden Glascontainer umfunktioniert, der Bauhof rückt immer wieder in Wäldern aus, wenn Müll weggeworfen wird und das Gebiet rund um Papiercontainern gleicht einem Müllplatz. Per App wollen vier Gemeinden im Rems-Murr-Kreis nun dagegen vorgehen.

Alfdorf im Regierungsbezirk Stuttgart ist eigentlich ein beschauliches, schönes 7000 Einwohner-Dorf. Wenn da nicht immer wieder illegaler Müll wäre, der Bürger und Verwaltung ärgert und das Stadtbild verschandelt. Immer wieder muss der Bauhof ausrücken, um illegal entsorgten Müll zu beseitigen. Alfdorf steht mit dem Problem nicht alleine da. Illegale Müllablagerungen sorgen auch nebenan in Welzheim, eine 11.000 Einwohner-Gemeinde, für Ärger. Kurzum: Das Thema ist - wie eigentlich in ganz Deutschland - kein rein lokales, sondern spielt sich so oder so ähnlich nahezu in jeder Kommune ab. Oft sind es Stellen, wo auch der Bauhof nicht täglich unterwegs ist. "Bei uns ist vor allem das Industriegebiet betroffen", heißt es etwa aus der Verwaltung in Welzheim. Auch rund um einen Wanderparkplatz am Rande der Gemeinde gibt es immer wieder illegal abgelegten Müll. 

Hinzu kommt noch Vandalismus. Da ist die Parkbank, die zerstört wird oder die Schmiererei an Gebäuden oder Einrichtungen. Der Kampf der Kommunen dagegen gleicht seit Jahren einem Kampf gegen Windmühlen. Weil in letzter Zeit die Vermüllung auch an Containern zugenommen hat, haben sich nun vier Gemeinden zusammengeschlossen und testen seit einigen Wochen den Einsatz einer App, also ein Computerprogramm auf dem Handy. 

App soll illegalen Müll schneller aufspüren

Die Idee der Gemeinden Alfdorf, Welzheim, Sulzbach und Spiegelberg ist einfach: Wenn erst mal an einer Stelle illegal Müll abgelagert wurde ist die Hemmschwelle gering, weiteren Müll dort abzulegen. Also muss der illegale Müll so schnell wie möglich verschwinden. Weil Bauhof und Abfallunternehmen aber allein ihre Augen nicht überall haben können, nutzt man die "Weisheit der Vielen". Konkret werden die Bürger eingebunden. Sie sollen per App nun illegalen Müll melden, ebenso wie überfüllte Container und Schmierereien oder Vandalismus. 

Möglich macht es eine Warnapp des Abfallwirtschaftsbetriebs im Rems-Murr Kreis. Wie viele Abfallbetriebe hat auch der dortige Abfallentsorger eine App, die eigentlich dafür gedacht ist, dass Abfuhrtermine und mehr abrufbar sind. So können Bürger ihre Adresse eingeben und bekommen über die App immer am Vorabend den Hinweis, dass morgen zum Beispiel der Restmüll oder die Papiertonne geleert werden. Auch die Abfuhr auf Anforderung - etwa Sperrmülltermine und ähnliches - können hier vereinbart werden. 

Nun haben die Abfallbetriebe die App erweitert um eine Meldefunktion. Direkt in der App können Bürger melden, wenn Sie entsprechenden illegalen Müll sehen, ihr Container vor Ort überfüllt ist oder sie sonstige Probleme sehen.

Das sind die ersten Erfahrungen mit der App - wird illegaler Müll wirklich reduziert? 

In den vier Kommunen hat vor wenigen Wochen die Testphase begonnen. Per Pushnachricht wurden die Bewohner der vier Kommunen informiert, außerdem gab es eine Mitteilung über die jeweiligen Amtsblätter der Gemeinden. In den ersten acht Wochen meldete der Abfallbetrieb den Eingang von 65 entsprechenden Meldungen über illegalen Müll. Die meisten informierten über überfüllte Papiercontainer und verschmutzte Containerstandorte. Aber auch überfüllte Glascontainer und Vandalismus wurden schon gemeldet. Der Abfallentsorger zeigt sich entsprechend zufrieden, will nun aber die Werbung für die Funktion noch intensivieren. Vielen sei die Funktion offenbar noch nicht bekannt, so der zuständige Entsorger ARMW. Vor allem auch über sozialen Medien soll die Funktion nun besser bekannt gemacht werden. 

Wenn in den vier Gemeinden die Erfahrungen weiter positiv sind, will das Unternehmen die Funktion auf den gesamten Rems-Murr-Kreis ausweiten.