Besonderheiten
Diese Bürgermeisterwahlen stechen hervor
Die weit über Deutschland hinaus bekannte Fraueninsel im Chiemsee hat im zweiten Anlauf einen neuen Bürgermeister: Georg Klampfleuthner. Er wurde als einziger Kandidat mit 78 Prozent der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung fiel mit 86 Prozent traditionell auf der Insel hoch aus. Im März erreichte der damalige Amtsinhaber Armin Krämmer nicht die erforderliche Stimmenzahl. Er hatte keinen Gegenkandidaten, doch mehr als die Hälfte der Wähler in Bayerns kleinster Gemeinde Chiemsee schrieben andere Namen auf den Stimmzettel. Daraufhin wurde Georg Klampfleuthner aufgestellt und der glücklose Amtsinhaber trat zurück. Der neue Bürgermeister führt auf der Fraueninsel eine Töpferei und er wohnt auch auf der Insel. Seit 1723 ist ein Klampfleuthner der Inseltöpfer. Im Gemeinderat rückt die Ordensschwester Elisabeth vom Kloster Frauenchiemsee nach.
Thanstein: Wiederholungswahl brachte Ergebnis
Auch in der oberpfälzischen Gemeinde Thanstein im Landkreis Schwandorf kam es zu einer Wiederholungswahl. Dabei wurde Michael Brandl mit 70 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Die Abstimmung war notwendig geworden, weil bei der Kommunalwahl im März keine Wählergruppe einen Kandidaten nominiert hatte. Stattdessen konnten die Bürger bei einer sogenannten Urwahl selbst Namen auf den Stimmzettel schreiben. Brandl erhielt dabei zwar die meisten Stimmen, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit. Eine erforderliche Stichwahl kam nicht zustande, weil einer der beiden Bewerber mit den meisten Stimmen auf eine Kandidatur verzichtete. Deshalb musste die Bürgermeisterwahl wiederholt werden.
Bruder zum Bürgermeister gewählt
In Gerabronn im Landkreis Schwäbisch Hall kann der 35-jährige Jonas Mauch die Politik seines verstorbenen Bruders fortführen. Bei den Stichwahlen am Sonntag holte er 53,6 Prozent, sein Gegenkandidat unterlag mit 46,4 Prozent. Christian Mauch kam im Februar bei einem Autounfall ums Leben. Er war mit seinem Fahrzeug von der Straße abgekommen. Der neugewählte Bürgermeister sieht mit seiner Wahl eine "große Herzensangelegenheit" erfüllt, "in der schwierigen Zeit durch den tragischen Unfall, dass wir gemeinsam weitergehen können - in der Familie, aber auch in der Stadt".

Jonas Mauch ist fünf Jahre jünger als sein verstorbener Bruder. Er ist in Gerabronn-Elpershofen aufgewachsen und war nach seinem Verwaltungsstudium mit Schwerpunkt Kommunalrecht/Kommunalpolitik Ordnungsamtsleiter und stellvertretender Hauptamtsleiter bei der Stadt Meßstetten. Auch verfügt er über Erfahrungen als hauptamtlicher Ortsvorsteher bei der Stadt Nürtingen. Zuletzt war er Landesbeamter im Sozialministerium in Baden-Württemberg. Während es vielerorts schwierig ist, Bewerber für das Bürgermeisteramt zu finden, bewarben sich in Gerabronn innerhalb der nur kurzen Zeit fünf Kandidaten.


