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  1. Personal
  2. 8 Tipps für den Generationen-Mix im Rathaus
Junge und ältere Kollegin lachen gemeinsam
Menschen aus unterschiedlichen Generationen können sehr gut zusammenarbeiten.
© Adobe Stock

Tipps

8 Tipps für den Generationen-Mix im Rathaus

von Silke Böttcher
Freie Journalistin
22. Oktober 2026
Babyboomer und Gen Z bringen unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen mit. Tipps von Coach Silke Böttcher, wie die Zusammenarbeit in der Verwaltung gelingen kann.

Die junge Kollegin schreibt eine Nachricht im Chat, ihr älterer Kollege greift lieber zum Telefon. Der eine möchte regelmäßig Feedback, die andere braucht kein wöchentliches Gespräch mit der Führungskraft. Solche Unterschiede gibt es auch in Behörden. Sie müssen kein Problem sein – wenn Verwaltungen dafür sorgen, dass die Generationen miteinander statt nebeneinander arbeiten.

Das wird immer wichtiger. In den kommenden Jahren scheiden viele erfahrene Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst aus. Gleichzeitig fällt es Kommunen schon heute schwer, Nachwuchs und Fachkräfte zu gewinnen. Umso wichtiger ist es, Wissen zu sichern und jüngere Beschäftigte langfristig zu halten.

8 Tipps für die Zusammenarbeit der Generationen

1. Nicht in Schubladen denken

Nicht jeder Babyboomer liebt Hierarchien und nicht jeder Angehörige der Gen Z möchte im Homeoffice arbeiten. Lebensphase, Persönlichkeit und Tätigkeit können mindestens ebenso wichtig sein wie das Geburtsjahr. Deshalb sollten Führungskräfte nachfragen: Was brauchen Beschäftigte, um gut arbeiten zu können? Wo entstehen Reibungen? Und welche Lösungen sind für das Team möglich?

2. Gemischte Teams bilden

Altersgemischte Projektgruppen können unterschiedliche Stärken zusammenbringen. Erfahrene Beschäftigte kennen Abläufe, Ansprechpartner und Besonderheiten der Verwaltung. Jüngere können neue Perspektiven und Erfahrungen mit digitalen Arbeitsweisen einbringen. Entscheidend ist, Aufgaben so zu verteilen, dass Wissen tatsächlich ausgetauscht wird.

3. Wissen weitergeben, bevor es verloren geht

Wenn langjährige Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, verschwindet oft Wissen, das in keinem Handbuch steht. Kommunen sollten deshalb frühzeitig Übergaben organisieren. Möglich sind Tandems, Mentoring oder Work Shadowing: Dabei begleitet ein Beschäftigter einen Kollegen eine Zeit lang bei dessen Arbeit und lernt Abläufe unmittelbar kennen. Auch Reverse Mentoring kann helfen. Dabei geben jüngere Beschäftigte ihr Wissen beispielsweise zu digitalen Anwendungen an erfahrene Kollegen oder Führungskräfte weiter.

4. Flexibilität ermöglichen

Unterschiedliche Lebensphasen brauchen unterschiedliche Lösungen. Teilzeit, mobiles Arbeiten oder flexible Arbeitszeiten können deshalb für Jüngere ebenso interessant sein wie für ältere Beschäftigte. Nicht jedes Modell funktioniert an jedem Arbeitsplatz im Rathaus. Wo Publikumsverkehr oder feste Servicezeiten Präsenz erfordern, sollten die Bedingungen schon im Bewerbungsverfahren transparent sein.

5. Feedback individuell gestalten

Während manche Beschäftigte regelmäßig wissen möchten, wo sie stehen, empfinden andere häufige Feedbacktermine als unnötig. Eine starre Regel für alle hilft deshalb wenig. Führungskräfte können mit ihren Mitarbeitern vereinbaren, wie häufig und in welcher Form Rückmeldungen sinnvoll sind. Wichtig ist, dass niemand auf ein Jahresgespräch warten muss, wenn es vorher etwas zu klären gibt.

6. Veränderungen erklären

Neue Software, andere Arbeitsabläufe oder zusätzliche digitale Angebote können Unsicherheit auslösen. Wer Veränderungen nur ankündigt, riskiert Widerstand. Besser ist es, früh zu erklären, warum etwas verändert wird und was es für die tägliche Arbeit bedeutet. Gerade erfahrene Mitarbeiter sollten dabei einbezogen werden: Sie wissen häufig genau, an welchen Stellen neue Lösungen im Verwaltungsalltag funktionieren – und wo nicht.

7. Mentoring in beide Richtungen denken

Beim klassischen Mentoring begleitet ein erfahrener Mitarbeiter einen Berufseinsteiger. Beim Peer-Mentoring tauschen sich Beschäftigte auf ähnlicher Ebene aus. Beim Reverse Mentoring wird die Rollenverteilung umgedreht. Kommunen müssen dafür keine komplizierten Programme aufsetzen. Oft genügt es, passende Tandems zusammenzubringen und ihnen Zeit für den Austausch zu geben.

8. Gemeinsam statt gegeneinander

Generationenmanagement bedeutet nicht, sämtliche Wünsche einer Altersgruppe zu erfüllen. Es geht darum, unterschiedliche Bedürfnisse sichtbar zu machen und Lösungen zu finden, die zur jeweiligen Verwaltung passen. Gerade Kommunen können davon profitieren: Bleibt das Wissen der Erfahrenen erhalten und kommen zugleich neue Arbeitsweisen hinzu, wird aus dem Altersunterschied eine Stärke.

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Schlagwörter

  • Fachkräftemangel Führung Generationenmanagement Mentoring Personal Wissensmanagement

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