Viele Kommunen wollen Arbeitslose selbst betreuen. © bluedesign/fotolia.com

Kommunen wollen mehr Gestaltungsmöglichkeiten

18. November 2014
Der Hessische Landkreistag will, dass die Kommunen bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen größere Kompetenzen erhalten. Der Zentralismus habe sich nicht bewährt.

Schluss mit dem Zentralismus bei der Arbeitsvermittlung: Diese Forderung hat der Hessische Landkreistag gestellt. Die Kommunen sollen bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen größeren Gestaltungsspielraum bekommen. "Wir müssen gestalten statt verwalten", sagte Verbandspräsident Erich Pipa auf einer Tagung anlässlich der Hartz-IV-Reformen vor rund zehn Jahren.

Erfolgsmodell Optionskommune

Das Modell der Optionskommunen, bei dem sich Landkreise und Städte selbst um ihre Langzeitarbeitslosen kümmern, habe sich bewährt. Die Zahl der Leistungsbezieher sinke durchschnittlich schneller als in anderen Regionen im Land. Die Hartz-Reformen müssten aber weiterentwickelt werden. Es sollte einen sozialen Arbeitsmarkt für arbeitsmarktferne Langzeitarbeitslose und Qualifizierungsmaßnahmen für Jugendliche geben, die die Schule ohne Abschluss verlassen, betonte Pipa. Zudem müsse es einen Bürokratieabbau bei der Gewährung von Hartz-IV geben.

Weniger Bürokratie bei Hartz IV

Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) unterstützte die Haltung des Landkreistages. Regionale Besonderheiten könnten häufig nur mit flexiblen Lösungen und kommunaler Kompetenz vor Ort in den Griff bekommen werden. Hessen sei wegen dieser Arbeitsmarktpolitik auch bundesweit Vorreiter bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen in kommunaler Verantwortung. Hier das Strategiepapier des Hessischen Landkreistages zum Nachlesen: Strategiepapier_Landkreistag

Schlagwörter