© safrana/fotolia.com

Schleswig-Holstein startet Pilotprojekt

29. Januar 2015
Schleswig-Holstein unterstützt die Kastration von Katzen. Projektpartner sind auch die kommunalen Landesverbände. Sie erhoffen sich finanzielle Einsparungen für die Städte und Gemeinden.

Die Tierärzte verzichten auf ihr Honorar

Die Partner der Aktion hatten sich zum Ziel gesetzt, 5.000 Katzen innerhalb eines Jahres in drei Aktionen zur Kastration zu bringen. 2.754 Tiere sind bereits im Probelauf im Herbst 2014 kastriert worden, darunter etwa zwei Drittel freilebende Katzen. "Das zeigt, welch ein Erfolg schon der Probelauf war. Wir liegen deutlich über den Erwartungen", sagte Silke Schneider. Deshalb werde die Frühjahrsaktion jetzt mit vier Wochen Laufzeit starten.
168.000 Euro stehen für die Aktion derzeit bereit. 200.840 Euro wurden für den Probelauf im Herbst 2014 aus dem Fonds aufgewendet. Der Honorarverzicht der Tierärzte kam mit 69.075 Euro hinzu.

Es gibt viele Privatspenden

Für die neue Runde gehen die Partner davon aus, dass insbesondere bei den freilebenden Katzen, die im Probelauf etwa zwei Drittel der kastrierten Tiere ausmachten, mit Wiederfängen zu rechnen ist und dass deshalb in der Frühjahrsaktion insgesamt weniger Tiere kastriert werden. Es werden zudem noch Finanzierungsmöglichkeiten eruiert, und Spenden von Privatpersonen sind ebenfalls willkommen. "Hier sehen wir ein großes Engagement. Bislang sind über viele kleine Privatspenden rund 20.000 Euro zusammen gekommen. Das ist sehr erfreulich", sagte Silke Schneider.

Die Kommunen werden entlastet

Zu den Projektpartnern gehören neben dem MELUR die drei kommunalen Landesverbände, die Tierärztekammer, der Deutsche Tierschutzbund, der Landestierschutzverband und neu der Landesjagdverband. Jörg Bülow, Landesgeschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages (SHGT) betont für die kommunalen Landesverbände: "Die Kommunen gehen davon aus, dass die Kosten für Fundtiere langfristig gesenkt und Verwaltungen entlastet werden können. Darum unterstützen die Kommunen das Projekt mit 100.000 Euro."
Bei Start des Pilotprojektes war aufgrund der Erfahrungen mit einem Kastrationsprojekt in Nordfriesland kalkuliert worden, dass innerhalb des ersten Jahres in drei Aktionszeiträumen 5.000 Katzen kastriert werden könnten. Im Herbst 2014 wurden bereits 2.754 Katzen kastriert. Diese verteilen sich wie folgt: rund 65 Prozent freilebende Katzen, rund 24 Prozent Katzen von Grundsicherungsempfängern und rund 11 Prozent Katzen anderer Halter. Von dieser letztgenannten Gruppe waren nur weibliche Tiere einbezogen, während von den anderen beiden Gruppen sowohl weibliche Katzen wie auch Kater kastriert worden sind. Insgesamt wurden 1.735 weibliche Katzen und 1.019 Kater im Rahmen des Probelaufs kastriert.

Schlagwörter