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Altkleidersammlung - sie galt lange als lukratives Geschäft
© 123rf

Altkleidersammlung: Kostet der Container bald Geld?

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
28. August 2018
Sind die Zeiten, in denen sich gewerbliche Altkleidersammler um Aufträge in Kommunen gerissen haben, bald vorbei? In der Branche gibt es einen Aufschrei. Der Grund: Immer mehr Billigkleidung, die kaum noch verkäuflich scheint.

Das Problem illegal aufgestellter Altkleidercontainer kennen viele Kommunen. Dubiose Firmen versuchen, aus der Hilfsbereitschaft der Menschen Geld zu machen - statt die Kleider für Bedürftige in Second-Hand-Läden anzubieten, werden sie gewerblich weiterverkauft. Die Kommunen stehen oft daneben und können die illegalen Sammler kaum stoppen. Doch die Zeit scheint vorbei zu sein.

Der Dachverband Fairwertung, ein Zusammenschluss von über 130 gemeinnützigen Altkleider-Sammelorganisationen, schlägt Alarm: Mehr als 50 Prozent der Sachen sind nicht mehr tragbar, heißt es dort. Man schließe nicht aus, dass man für die Verwertung bald Geld nehmen müsse. Hauptgrund sind demnach zunehmend billig gekaufte Textilien. Sie wandern schon jetzt häufig in den Hausmüll. 5,2 Milliarden Textilien haben die Deutschen in ihren Schränken - viele davon werden offenbar nur sehr selten oder gar nicht getragen, sind qualitativ aber minderwertig. In den Altkleidercontainern landen im Jahr durchschnittlich rund eine Million Kleider - Tendenz: steigend. Der Dachverband Fairwertung sagt, mehr als die Hälfte der Kleidungsstücke sei nicht mehr tragbar. Nur etwa 2 Prozent davon könnten in Second-Hand Geschäften weiterverkauft werden. 

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Der Großteil der noch halbwegs tragbaren Textilien geht nach Osteuropa oder Afrika. Dort stehen die Produkte teils in Verdacht, die heimische Textilindustrie zu zerstören. Inzwischen müssten aber immer mehr minderwertige Textilien komplett geschreddert werden - Putzlumpen sind dann noch das Wertvollste, was daraus entsteht. Inzwischen sie der Berg aber so riesig, dass eine Verwertung schwierig werde - die Menge übersteige den Bedarf um ein Vielfaches, so der Verband. Somit sei die Entsorgung minderwertiger Textilien inzwischen zu einem Zuschussgeschäft geworden. In der Branche werde daher diskutiert, ob die Entsorgung überhaupt noch kostenlos angeboten werden kann. 

Die Lager in Deutschland würden bei einem Importstopp vollaufen"

Thomas Ahlmann, Dachverband Fairwertung

Und auch die bisherigen Abnehmer von Billigkleidung wollen die Altkleider nicht mehr haben. Die EAC, die Ostafrikanische Gemeinschaft, hat einen Importstopp für Altkleider angekündigt. Uganda, Ruanda und Tansania haben bereits ihre Steuern auf importierte Secondhandkleidung erhöht. Ein kompletter Importstopp in Afrika würde zu einer "Marktkrise" in Deutschland führen, heißt es beim Dachverband Fairwertung. "Die Lager würden vollaufen". 

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