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  3. Autonom fährt voraus
Autonomes Fahren
© Adobe Stock

Mobilität

Autonom fährt voraus

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
27. August 2026
Erste Robotaxis rollen durch Deutschland. Für Kommunen beginnt damit mehr als ein Techniktest: Autonomes Fahren verändert ÖPNV, Parkraum und Verkehrsplanung.

In Südhessen beginnt ein neues Kapitel der Mobilität: Mit KIRA bringen Deutsche Bahn und Rhein-Main-Verkehrsverbund Robotaxis mit Fahrgästen in den öffentlichen Straßenverkehr. In Langen und Egelsbach sind zunächst elektrische SUV unterwegs, später soll Darmstadt folgen. Noch sitzt ein Sicherheitsfahrer an Bord, der im Notfall eingreifen kann. Gebucht wird per App. Das vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt soll zeigen, wie autonome Fahrzeuge den ÖPNV gerade in ländlicheren Regionen flexibler machen und den Fahrermangel abfedern können.

Robotaxis starten im öffentlichen Straßenverkehr

International ist die Technik längst weiter. Tesla bietet sein „Full Self-Driving (Supervised)“ inzwischen unter anderem in den Niederlanden, Belgien und Dänemark an. Die Fahrzeuge können dort weitgehend selbstständig durch Stadtverkehr und über Autobahnen fahren, der Fahrer muss das System jedoch ständig überwachen und jederzeit eingreifen können. Für Deutschland wird eine Freigabe im Herbst 2026 erwartet; ein verbindlicher Termin steht allerdings noch aus. 

Was autonome Fahrzeuge für Kommunen bedeuten

Für Städte und Gemeinden wird die Entwicklung damit zur kommunalen Aufgabe. Wenn Fahrzeuge Fahrgäste im Zentrum absetzen und anschließend selbstständig günstigere Stellplätze ansteuern, verliert der Parkplatz vor der Ladentür an Bedeutung. Flächen könnten für Gastronomie, Grün oder Radverkehr frei werden. Gleichzeitig muss die Parkraumbewirtschaftung neu gedacht werden – etwa mit dynamischen Gebühren in gefragten Innenstadtlagen. Noch wichtiger wird die digitale Infrastruktur.

Digitale Infrastruktur wird zum Schlüsselfaktor

Autonome Fahrzeuge benötigen präzise digitale Karten, leistungsfähige Mobilfunknetze, vernetzte Ampeln und aktuelle Verkehrsdaten. Statt erst auf Staus zu reagieren, können vernetzte Systeme Verkehrsflüsse frühzeitig lenken. Robotaxis und autonome Shuttles könnten Bus und Bahn ergänzen und On-Demand-Angebote dort attraktiv machen, wo klassische Linienverkehre an Grenzen stoßen. Die politische Verantwortung bleibt im Rathaus. Bebauungspläne, Flächennutzung, Parkraumkonzepte und Mobilitätsstrategien müssen rechtzeitig angepasst werden. 

In den USA fahren Tesla Fahrzeuge in einigen Regionen bereits voll autonom - der Fahrer kann seine Hände vom Lenkrad nehmen und sich zurücklehen

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