Scanner gegen Falschparker Symbolbild
© Adobe Stock

Auswertung

Scanner gegen Parksünder

Es war ein Pilotversuch – und die Macher sind zufrieden. In Mannheim hat ein Scan-Fahrzeug Falschparker wochenlang automatisch erfasst. Nun könnte der Regelbetrieb kommen – mit Folgen für Bürger und Kommunen.

Der Kampf gegen Falschparker bekommt ein neues Gesicht – oder besser gesagt: ein neues Auto. In Mannheim ist erstmals in Baden-Württemberg ein sogenanntes Scan-Fahrzeug unterwegs gewesen, das Parkverstöße automatisiert erfassen kann. Kameras auf dem Dach lesen beim Vorbeifahren Kennzeichen, registrieren Standort und Zeitpunkt – und liefern damit die Grundlage für mögliche Verwarnungen.

Scan-Auto gegen Falschparker: Mannheims Test 

Getestet wurde die Technik mehrere Wochen lang vor allem im Stadtteil Neckarstadt. Ziel war es, die Kontrolle des ruhenden Verkehrs effizienter zu machen. Denn in dicht bebauten Innenstädten sorgen falsch abgestellte Autos immer wieder für gefährliche Situationen – etwa wenn Feuerwehrzufahrten blockiert werden oder Radwege und Kreuzungen zugeparkt sind. Genau solche sicherheitsrelevanten Verstöße standen im Mittelpunkt des Pilotprojekts.  



Die Bilanz der Stadt Mannheim fällt positiv aus. Nach Angaben der Verwaltung könnten mit der Technik künftig bis zu 50 sicherheitsrelevante Verstöße pro Stunde erfasst werden – deutlich mehr als bei klassischen Kontrollen durch den Ordnungsdienst zu Fuß. Entsprechend prüft Mannheim nun, ob Scan-Autos dauerhaft eingesetzt werden sollen. Besonders in Vierteln mit hohem Parkdruck könnte die Technik künftig regelmäßig unterwegs sein. 

Automatisierte Erfassung von Parkverstößen soll Kontrollen beschleunigen

Ganz ohne Menschen funktioniert das System allerdings nicht. In der Testphase wurden die erfassten Fälle weiterhin von Mitarbeitern überprüft, bevor ein Verwarnungsgeldverfahren eingeleitet wurde. Erst wenn die Abläufe technisch und rechtlich sauber funktionieren, könnte ein stärker automatisiertes Verfahren folgen.

Auch andere Städte beobachten den Versuch aufmerksam. Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland eine rechtliche Grundlage für solche Fahrzeuge geschaffen. Neben Mannheim testen inzwischen auch andere Kommunen im Südwesten entsprechende Systeme oder planen eigene Projekte.

Für viele Städte stellt sich dabei eine ganz praktische Frage: Wie lässt sich der ruhende Verkehr kontrollieren, wenn Personal knapp ist und Parkflächen immer stärker umkämpft sind? Scan-Autos versprechen hier eine effizientere Überwachung – und damit auch mehr Kontrolldruck.

Datenschutz und Akzeptanz: Welche Fragen Scan-Fahrzeuge aufwerfen

Klar ist aber auch: Die Technik wirft neue Fragen auf. Datenschutz, Akzeptanz und rechtliche Details müssen sauber geregelt werden. Denn das System erfasst nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Bilder aus dem öffentlichen Raum. Daten korrekt parkender Autos sollen deshalb sofort gelöscht werden, während Verstöße nur für die Dauer des Bußgeldverfahrens gespeichert bleiben.

Ob sich das Scan-Auto flächendeckend durchsetzt, wird sich erst zeigen. Doch eines steht schon jetzt fest: Die Digitalisierung erreicht zunehmend auch den ruhenden Verkehr. Und damit könnte das klassische Knöllchen unter dem Scheibenwischer bald seltener werden – weil der Strafzettel schon digital unterwegs ist.