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  3. Scan-Autos gegen Falschparker: Baden-Württemberg macht Ernst
Moderne Technik gegen Parksünder - ein Modellprojekt sorgt deutschlandweit für Diskussionen
Moderne Technik gegen Parksünder - ein Modellprojekt sorgt deutschlandweit für Diskussionen
© fotolia

Parkraumüberwachung

Scan-Autos gegen Falschparker: Baden-Württemberg macht Ernst

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
13. Juni 2025
Digitale Parkraumüberwachung mit Kamera und Laser – ein Pilotprojekt in Stuttgart bringt frischen Wind in die Verkehrsüberwachung. Seit März erlaubt das neue Landesmobilitätsgesetz den Einsatz sogenannter Scan-Autos in Baden-Württemberg. Die Fahrzeuge sind mit Kameras und Laserscannern ausgestattet und sollen Falschparker effizienter erkennen – ganz offiziell mit amtlichem Segen.

Die Universität Hohenheim erprobt den Einsatz dieser digitalen Parkraumdetektive aktuell in Stuttgart. Ihr Auftrag: Fahrzeuge erfassen, die etwa Feuerwehrzufahrten oder Radwege blockieren. Die Scan-Autos kontrollieren dabei bis zu 1.000 Fahrzeuge pro Stunde – ein gewaltiger Sprung im Vergleich zu den durchschnittlich 50 Kontrollen pro Stunde, die ein Mitarbeiter zu Fuß schafft.

Wie funktionieren die Scan-Autos?

Die Technik basiert auf dem Abgleich von Kennzeichen- und Standortdaten mit digital hinterlegten Parkberechtigungen. Wer ein digitales Parkticket via App oder durch Kennzeicheneingabe am Automaten löst, ist im System registriert. Wer das vergisst – oder absichtlich falsch parkt – könnte künftig deutlich schneller ein Knöllchen kassieren.

Chancen für Großstädte – und Herausforderungen

Gerd Landsberg, Ehrengeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, sieht vor allem für große Städte Vorteile: „Wenn Sie jetzt in einer Großstadt falsch parken, ist Ihre Chance, nicht erwischt zu werden, ziemlich groß. Deswegen machen die Leute das auch.“

Ein zusätzlicher Nutzen: Die Fahrzeuge sammeln wertvolle Daten zur Parkraumauslastung, die bislang händisch von Studenten mit Klemmbrettern erhoben wurden. Diese Informationen sind für Stadtplanung und Verkehrslenkung Gold wert.

Haken an der Technik: Digitale Erfassung erforderlich

Ein klarer Nachteil: Die Scan-Autos funktionieren nur dort, wo Parkberechtigungen digital erfasst werden. Städte müssen ihre Parkscheinautomaten daher entsprechend nachrüsten. Trotz dieser Einstiegshürde ist das Interesse groß:

  • Freiburg möchte sich am Pilotprojekt beteiligen,

  • Mannheim hat bereits beim Verkehrsministerium Interesse bekundet,

  • Heidelberg und Heilbronn prüfen einen Einstieg,

  • Tübingen und Ulm beobachten zunächst die Pilotphase.

Vor allem der Personalmangel in der Verkehrsüberwachung macht die Scan-Autos für viele Kommunen attraktiv.

Datenschutz: Das deutsche Sonderproblem

Während Länder wie Frankreich und die Niederlande schon flächendeckend auf Scan-Autos setzen, war der Weg in Deutschland komplizierter. Der Grund: Das Bundesverfassungsgericht stellt hohe Anforderungen an den Datenschutz, weshalb es eine eigene gesetzliche Grundlage braucht. Baden-Württemberg hat diese nun im Rahmen eines Pilotprojekts geschaffen – und ist damit bundesweit Vorreiter.

Fazit: Hightech auf vier Rädern gegen das Parkchaos

Was in anderen Ländern längst Standard ist, wird nun auch in Deutschland Realität – zumindest in Teilen Baden-Württembergs. Die Scan-Autos bringen Effizienz in die Verkehrsüberwachung, liefern wertvolle Daten für die Stadtplanung und entlasten das Personal. Datenschutzfragen bleiben – aber das digitale Knöllchen ist wohl nur der Anfang.

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