Digitale Kommune: Darauf kommt es an!
In den Kommunen!
Zurzeit gibt es zu viele Scheindiskussionen und zu viel Aktionismus rund um die Digitalisierung. Das verschlingt Zeit und Geld. Um wirklich einen Mehrwert durch die Digitalisierung generieren zu können, müssen Sinn und Nutzen der Digitalisierung für die Menschen in den Mittelpunkt gerückt werden. Es gibt unterschiedliche Stellschrauben, die genau dabei helfen. Hier die drei zentralen Erfolgsfaktoren:
Um mit Hilfe der Digitalisierung die Lebens-, Standort- und Arbeitsqualität in Kommunen verbessern zu können, braucht es zunächst ein gemeinsames Verständnis aller Akteure davon, was “Digitalisierung” überhaupt ist. Denn das digitale Zeitalter ist nicht nur geprägt von technologischen Innovationen, sondern auch von gesellschaftlichen und organisatorischen Trends wie etwa Kollaboration, eine immer stärkere Vernetzung oder neue, agile Arbeitsmethoden. All diese Entwicklungen beeinflussen und verändern sowohl die Kommunalverwaltung als auch den Konzern Kommune und die örtliche Gemeinschaft. Zusammen bilden diese Systeme aus kommunaler Sicht ein ganzes “Ökosystem der Digitalisierung”. Gestaltungsfelder wie Mobilität, Bildung oder Gesundheit und Pflege lassen sich nicht allein durch die Verwaltung ausgestalten. Sämtliche Digitalisierungsaktivitäten in diesem Ökosystem müssen koordiniert und gegebenenfalls auch konsolidiert werden, um einen möglichst großen Nutzen für die Gesellschaft zu erzielen. Nicht nur in kleineren Kommunen sind sowohl interkommunale Zusammenarbeit im Sinne von “Digitalen Regionen” als auch anderweitige Kooperationen wichtiger denn je.
Die digitale Kommune braucht neue Akteure
Das Ökosystem der Digitalisierung funktioniert nur dann, wenn Rollen und Verantwortungsbereiche klar abgesteckt sind. Und: Digitalisierung erfordert auch neue, bislang im kommunalen Umfeld unbekannte Rollen, so etwa die des “Chief Digital Officer” (CDO) und die Rolle der “Digitalen Lotsen”. Der CDO ist das Gesicht der Digitalisierung und in seiner Rolle Bindeglied zwischen den Systemen Örtliche Gemeinschaft, Konzern Kommune und Kommunalverwaltung. Er berät und unterstützt den Hauptverwaltungsbeamten sowie den Verwaltungsvorstand. Er koordiniert sämtliche Aktivitäten und schafft Synergieeffekte, forciert Netzwerke in der Gesellschaft und triggert soziale Innovationen mit Hilfe digitaler Möglichkeiten. Digitale Lotsen braucht es im gesamten Ökosystem der Digitalisierung: Sie treiben die Digitalisierung in all ihren Facetten in den unterschiedlichen Gestaltungsfeldern nutzerorientiert voran und sind Knotenpunkte im Netzwerk. Sie kennen sich in einem spezifischen Gestaltungsfeld wie etwa der Mobilität besonders gut aus und sind gleichsam Evangelisten der digitalen Gestaltungspotenziale. Das macht sie zu wichtigen Unterstützern für den CDO.
Die Digitalisierung ist kein Wert an sich. Sie kann aber Werte schaffen, wenn nicht Technologien sondern die Nutzer im Mittelpunkt stehen. Damit das gelingt, müssen bei Digitalisierungsprojekten möglichst viele Akteure innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung mit eingebunden werden. Das kann über klassische Workshops, über Barcamps, Hackathons, über die Aktivitäten in einem Makerspace oder über Online-Beteiligungen erfolgen. Ziel dieses partizipativen Ansatzes ist es, möglichst effizient den aktuellen und zukünftigen Innovationsstatus zu erfassen: Was tun wir bereits? Was läuft? Was beginnt? Was ist geplant? Welche Ideen gibt es noch? Um erfolgreich zu sein, muss immer das Nutzererlebnis im Vordergrund stehen. Die zentrale Frage, die sich durch abgeschlossene, geplante oder zukünftige Projekte zieht ist: Welches Wertversprechen geben wir bezogen auf welche Zielgruppe ab? Wer soll durch die Digitalisierung eine Verbesserung erfahren? Wenn diese Frage geklärt ist und klar ist, wie der Nutzen auch nachgewiesen werden kann, ist ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Digitalisierung getan.