Das Heimatgefühl per lokale Emojis stärken - das ist die Idee aus dem Landratsamt Wunsiedel
Das Heimatgefühl per lokale Emojis stärken - das ist die Idee aus dem Landratsamt Wunsiedel

Aktion des Heimatministeriums

Identität stärken: Mit Emojis die Heimat erlebbar machen

Gerade für das Ehrenamt ist es enorm wichtig, dass sich Menschen einer Region mit ihrer Heimat verbunden fühlen. Dazu planen viele kleine Orte Aktionen, Feste und Veranstaltungen. Das Fichtelgebirge, genauer der Landkreis Wunsiedel geht nun einen besonders modernen Weg, um das Heimatgefühl der Menschen in dieser - für Bayerische Verhältnisse eher strukturschwachen Region - zu fördern.

Emojis - das sind die kleinen meist lachenden "Smileys", die täglich millionenfach über Smartphones versendet werden. Da gibt es den lachenden Emoji, den weinenden Emoji, den Bergwanderer oder eben auch "Radfahrer" "Strand-Emojis" oder Tier-Emojis. Erste Firmen gehen schon seit längerem hin und bieten kostenlos ihre "Markenprodukte" als Emoji an. So können sich Nutzer des ZDF die Emojis der Mainzelmännchen herunterladen, Hörspielfans entsprechende Figuren von Bibi Blocksberg und eine Brauerei aus Köln bietet natürlich auch das "Kölschglas-Emoji" der entsprechenden Marke an.

Das Heimatministerium in Bayern finanziert die Aktion mit den Emojis 

Diesen Hype will auch Wunsiedel im Fichtelgebirge für sich nutzen. Der Landkreis hat eine Aktion gestartet und will 30 eigene Emojis produzieren lassen. Die Idee: "Von kulinarischen Spezialitäten über Sehenswürdigkeiten bis hin zu Freizeitaktivitäten" sollen die Emojis reichen. "Damit wollen wir die Besonderheiten der Region aufzeigen", so ein Sprecher des Landratsamts. 

Nun haben Stadt und Landkreis eine ganze Reihe von Attraktionen zu bieten. Das reicht von der einmaligen Felsenkulisse im ältesten Freilichttheater Deutschlands, in dem jährlich die Luisenburg-Festspiele stattfinden bis zur Kirchenruine auf dem Katharinenberg. Kulturelles Highlight ist das jährliche Brunnenfest in der Stadt. Zig Brunnen in der Stadt werden festlich von Vereinen geschmückt, Musikgruppen begleiten dann einmal im Jahr den Festzug durch die Stadt. Und nicht zuletzt ist die Region für ihr Bier bekannt, unter anderem für sein "Erotik-Bier", dem ganz besondere Fähigkeiten angedichtet werden.

Ideen für Emojis dürfte es also genügend geben. Doch die will der Landkreis nicht vorgeben, sondern gemeinsam mit den Bürgern erarbeiten. "Die Fichtelgebirgler können Vorschläge für Symbole einreichen", so das Landratsamt. Gleichzeitig hat die Ausschreibung für die technische Umsetzung begonnen. Ab Ende September sollen die Emojis dann über eine App heruntergeladen werden können und in allen bekannten Messengern - von Facebook über WhatsApp bis Instagram - zur Verfügung stehen.

Möglich wird die Emoji-Aktion durch Fördergelder des bayerischen Heimatministeriums. 434.000 Euro gibt das Ministerium insgesamt für das Projekt #FreiraumFichtelgebirge. Unterstützt werden vom Ministerium insgesamt vier regionale Projekte. Alle haben das Ziel, die regionale Identität zu stärken und "die Menschen für ihre bayerische Heimat zu begeistern", wie es der zuständige Minister Füracker bezeichnete.

Das Landratsamt in Wunsiedel will das Heimatgefühl der Bürger stärken
Das Landratsamt in Wunsiedel will das Heimatgefühl der Bürger stärken

Neben Emojis sind weitere Aktionen zur Stärkung des Heimatgefühls geplant 

Der Landkreis Wunsiedel bettet die Emoji-Aktion in eine ganze Reihe weiterer Aktionen ein. So soll auch das "Fichtel-Lädle" entstehen. Ein Online-Schaufenster, das die Vielfalt der Produkte aus der Region abbildet. Hier gibt es künftig Hintergründe über Herstellung und Herkunft regionaler Köstlichkeiten. Im ersten Schritt wird ein Netzwerk aus externen Partnern aufgebaut, welche bereits Produkte aus dem Fichtelgebirge vermarkten.

Der frisch gewählte Landrat von Wunsiedel, Peter Berek, zuvor lange Bürgermeister der kleinen 950 Einwohner-Gemeinde Bad Alexandersbad, sieht in der Aktion viele Chancen für das Fichtelgebirge. Gegenüber KOMMUNAL sagte er: „Das Projekt Freiraum Fichtelgebirge ist ein weiterer wichtiger Baustein für unsere Region. Man ist wieder stolz hier leben zu dürfen und der wachsende Optimismus ist deutlich spürbar.“

Außerdem sind zahlreiche Events geplant, die sich mit der Region auseinandersetzen. Thematisch soll es dabei, so Berek, vor allem um die Themen Heimatliebe und Heimatstolz gehen. 

Zentrale Plattform zum Mitmachen ist übrigens Facebook. "Das Freiraum-Team freut sich über jeden Follower, viele Likes und jede Menge kreativer Ideen", bewirbt der Landkreis sein Angebot etwa auf der eigenen Webseite. Die Adresse lautet: www.facebook.com/freiraumfichtelgebirge Anregungen für die Emojis können Nutzer zudem per Mail einreichen. 

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