Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge - für viele Kommunen ist deren Unterbringung ein großes Problem. Bundesweit befinden sich derzeit über 22.000 Kinder und Jugendliche in vorläufigen Schutzmaßnahmen oder Anschlussmaßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Die Zahlen werden vermutlich weiter steigen - eine Aufgabe, die für die Jugendämter, die sich um die Versorgung, Unterbringung und Integration der Betroffenen kümmern müssen, kaum noch zu bewältigen ist.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert eine politische Lösung. Unbegleitete jugendliche Flüchtlinge sollen künftig gleichmäßig auf alle Bundesländer verteilt werden, um besonders stark betroffene Kommunen zu entlasten. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des DStGB, wies in einem WDR-Interview darauf hin, dass nicht nur Metropolen, sondern durchaus auch kleinere Städte wie Eschweiler mit der Problematik zu kämpfen hätten. Nötig ist aus Sicht des kommunalen Spitzenverbandes ein unbürokratisches Verfahren. Zudem müssten die Kosten der Kommunen komplett übernommen werden.
Bund und Länder, so eine weitere Forderung des DStGB, sollten die Kommunen beim Aufbau der notwendigen Strukturen unterstützen, wie z.B. bei der Sprachförderung, der Bereitstellung von Dolmetschern, Kita- und Schulplätzen, wie auch bei der psychologische Betreuung. Die Unterbringung, Versorgung und Integration der jungen Menschen ist keine kommunal zu finanzierende Aufgabe! Die Zuweisung von jungen Flüchtlingen kann gerade für Regionen, die von Auswanderung und den Auswirkungen des demografischen Wandels besonders betroffen sind und Arbeitskräfte benötigen, einen wichtigen Impuls zur Stärkung der Wirtschaftskraft darstellen.