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Kreis Lippe: Kommunen - zukunftsorientiert, nachhaltig, digital

1. November 2021
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Angesichts der jüngsten Starkregenereignisse in Deutschland sind die Themen Klimafolgenanpassung und Risikomanagement in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Der Green Deal als Teil der EU-Klimapolitik hat bereits ein Umdenken in den Kommunen bewirkt. Gefragt sind eine ressourcenschonende Stadtentwicklung sowie eine „grüne“ Mobilitäts- und Infrastruktur mit konsequenter Nutzung der Digitalisierung.

Wie können Kommunen Schritt halten mit den rasanten Entwicklungen und dem gestiegenen Erwartungsdruck? Wie lassen sich gesellschaftliche Megathemen mittels Digitalisierung managen? Welche Rolle spielen dabei interaktiv aufbereitete Geoinformationen in Form 3D-Modellen (Digitale Zwillinge), die schon längst Einzug in die internationale Wirtschaft gehalten haben? Dienen diese als Blaupause einer erfolgreichen Weiterentwicklung der öffentlichen Verwaltung?

Im Rahmen des Interviews werden ausgewählte Megathemen aus kommunaler Perspektive heraus diskutiert und Handlungsfelder abgeleitet.

  • Basisinfrastruktur: Die Dokumentation von Glasfaserverläufen und Mobilfunkabdeckung ist fundamental für die Weiterentwicklung der Regionen. Es geht auch um die Anbindung von Schulen, Gewerbegebieten und Ortsteilen, um die vielfach propagierte Gigabitgesellschaft schrittweise umzusetzen.

  • Mobilitätswende: Intelligente Verkehrskonzepte und deren Umsetzung bewirken eine klimaschonende Mobilitätswende vor Ort. Diese erfordern Echtzeitinformationen und das Zusammenspiel multimodaler Verkehre sowie eine „grüne“ Mobilitäts- und Infrastruktur.

  • Klimafolgenanpassung und digitale Stadtentwicklung: Das Monitoring von Versiegelungs- und Grünflächen sowie die Flächenbevorratung öffentlicher Körperschaften liefern einen wichtigen Beitrag, schrittweise klimaresiliente Städte und Regionen aufzubauen.

  • Klimagerechtes Planen und Bauen: Die Umsetzung der klimapolitischen Ziele bis 2030 stellen eine große Herausforderung für den Bausektor dar. Dabei geht es auch um treibhausgasneutrale Quartiere und um recycelbare Baustoffe sowie um die Förderung eines neuen Umweltbewusstseins. Digitales Planen und Bauen (BIM - Building Information Modeling) unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten stellt besondere Anforderungen, die in die Verwaltungsabläufe und Genehmigungsprozesse integriert werden müssen.

  • Hochwasserschutz und Krisenmanagement: Digitale Geländemodelle in Kombination mit Abflussmodellierungen geben Aufschluss über mögliche Hochwasser- und Katastrophenszenarien. Dieses setzt die hohe Verfügbarkeit von räumlichen Informationen voraus. Erforderlich ist eine Informationsvermittlungsebene der verschiedenen Daten. Frei verfügbare hochaktuelle Daten (z.B. Satellitendaten des COPERNICUS-/Sentinel-Programms) sind dabei einzubinden. Überflutungsgefährdungen spielen auch in der kommunalen Bauleitplanung eine erhebliche Rolle und sind wichtig für die Beurteilung von Baugebieten und Einzelbauvorhaben.

  • Bezahlbares Wohnen und Immobilien: Die digitale Aufbereitung von Wohnungs- und Mietpreisen sowie Bodenricht- und Immobilienrichtwerte tragen zu einer transparenten Wohnungs- und Flächenpolitik bei.

  • Energiewende: Die Energiewende sowie die Umsetzung regionaler Klimaziele können mittels Erfassung räumlicher Parameter wie Beschaffenheit, Erreichbarkeit, Windintensität sowie der notwendigen Infrastrukturen zur Verteilung und Speicherung der Energien (z.B. Windenergieanlagen, Solarpotentialkataster) erfolgreich gemanagt werden.

  • Bürgerbeteiligungs- und Partizipationsprozesse lassen sich durch die neuen Möglichkeiten der digitalen Visualisierung anschaulich umsetzen, um z.B. planungsrechtliche und ökologische Auswirkungen von Großvorhaben im ländlichen Bereich (z.B. Strom- und ICE-Trassen) zu beurteilen.

Fazit:
Es geht um neue Formen digitaler Führung und Steuerung im Sinne regionaler Daseinsvorsorge.

 

 

Gewässer Hochwasser
Hochwasser und Krisenmanagement
Oerlinghausen BIM
Klimagerechtes Planen und Bauen
Dr. Stefan Ostrau, MRICS
Verteter des Deutschen Landkreistages im Lenkungsgremium GDI-DE
Fachbereichsleiter im Kreis Lippe
Felix-Fechenbach-Straße 5
32756 Detmold
Dr. Stefan Ostrau
Dr. Stefan Ostrau
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