Kriminalität im Blick

14. Oktober 2015
Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt über Gewalt von aber auch an Flüchtlingen - ein Interview

Frage: Steigt mit der Zahl der Flüchtlinge die Anzahl der Straftaten in Deutschland?
Antwort: Es wäre viel zu kurz, um darüber statistische Aussagen zu machen. Aber natürlich ist es so, dass wenn mehr als eine Million Menschen nach Deutschland kommen, auch Straftaten begangen werden - auch von diesen Menschen, aber vor allen Dingen auch an diesen Menschen ...
Frage: Gibt es denn gewissen Risikogruppen bei den Flüchtlingen?
Antwort: Nein, wir schauen überall gleichmäßig hin ... In manchen Kulturkreisen gibt es die Neigung zu männlichem Dominanzverhalten und dann auch die Bereitschaft und den Wunsch, hier sozusagen Platzhirsch zu werden ...
Frage: Ist Gewalt gegen Frauen ein Thema?
Antwort: Ja, das ist ein Thema. Deshalb haben einige Länder im Rahmen ihrer Möglichkeiten das ihrige getan, um besonders schutzwürdige Gruppen - das sind natürlich Frauen und Familien mit Kindern - in eine gesonderte Unterbringung zu geben ... Diese besonders schutzwürdigen Gruppen muss man natürlich im Blick haben ... Es hat auch sexuelle Übergriffe in diesem Bereich gegeben, und das muss natürlich verhindert werden ...
Frage: Bandenkriminalität, Drogendealer und Taschendiebe - gibt es da irgendwelche Hinweise?
Antwort: In Teilbereichen ist das tatsächlich so. Es hat Unterkünfte gegeben ..., vor allen Dingen auch dort, wo viele allein reisende Jugendliche vom Balkan kommen, die genau diese Verhaltensweisen zeigen ...
Frage: Es gibt einen Vorwurf an die Polizei: Aus Rücksicht auf die angespannte gesellschaftliche Stimmung wird die Herkunft des Täters manchmal nicht genannt. Ist das so?
Antwort: Dort, wo es so ist, ist das nicht die Schuld der Polizei, sondern da befolgt die Polizei die Erlasse aus den Ministerium. Beispielsweise ist das in Nordrhein-Westfalen so ... Das ist kein Phänomen, das jetzt im Bereich der Flüchtlingskrise irgendeine neue Rolle spielt ...

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