Führerschein per App vorzeigen in Norwegen
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Norwegen machts möglich: Die Führerschein-App!

Mo, 14.10.2019

Seit Jahren gilt der Norden Europas als digitaler Trendsetter. Neben Estland wagt jetzt auch Norwegen einen weiteren Vorstoß: Das Land hat vor kurzem den digitalen Führerschein herausgebracht. Die Resonanz darauf ist überwältigend.

Wer in Norwegen von der Polizei angehalten und nach dem Führerschein gefragt wird, braucht jetzt keine physische Fahrerlaubnis mehr. Denn seit Anfang Oktober gibt es eine Führerschein-App. Mit dieser können sich Nutzer ganz einfach digital ausweisen.

Die App heißt "Førerkort" und steht den rund 5,3 Millionen Norwegern in den App Stores zur Verfügung. Und das Konzept kommt gut an: Allein in den ersten 24 Stunden wurde "Førerkort" bereits 670.000 Mal heruntergeladen. Der große Andrang führte zu einer Überlastung des Systems und Verzögerungen.

"Wir hatten großes Interesse erwartet. Aber dass sich so viele gleichzeitig einloggen wollen, übertrifft unsere Erwartungen", erklärt die Behördenchefin Bodil Rönning. Laut dem Tagesspiegel ging die Behörde davon aus, dass mehrere Länder am digitalen Führerschein arbeiten, aber Norwegen das erste europäische Land ist, dass diesen bereits anbietet. Aber: Der Kosovo hat den mobilen Führerschein längst schon eingeführt. Nämlich bereits Anfang letzten Jahres. An der Entwicklung der App war sogar eine deutsche Firma beteiligt.

 

Und was sind die Vorteile einer Führerschein-App?

 

Die Daten lassen sich elektronisch extrem schnell auf den neuesten Stand bringen, sodass Polizeikontrollen einfacher gemacht werden. Und je mehr Menschen auf die digitale Version umsteigen, desto weniger müssen physische Führerscheine hergestellt werden. Ein weiterer Pluspunkt: Da die meisten Menschen ihr Handy immer bei sich tragen, ist der digitale Führerschein automatisch immer dabei. Allerdings muss der Akku des Smartphones natürlich während der gesamten Fahrt ausreichend geladen sein.

Der digitale Führerschein löst den physischen jedoch nicht komplett ab. So können Personen, die nicht auf die App setzen wollen, immer noch ihr Kartenformat vorzeigen. Und sobald die Norweger in ein anderes Land einreisen, müssen sie nach wie vor ihren regulären Führerschein dabei haben, weil die App außerhalb von Norwegen noch nicht anerkannt ist.

Spannend ist aber auch, dass in Deutschland solche Projekte vor allem an Bedenken um die Datensicherheit scheitern. In Ländern wie Norwegen spiegeln sich diese Sorgen in den Medienberichten kaum wider. Der älteste Nutzer der App ist 95 Jahre alt. Dieser Fakt zeigt, dass technologischer Fortschritt nicht zwangsläufig am Alter scheitern muss.

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